daß man auch im Inlande Salpeter an den Wänden der Ställe, derKeller usw. finde, welcher aus Harn entsteht.
Darauf entstand das Staatsmonopol in Frankreich, welches obenerwähnt wurde, und die Einrichtung der „salpetrieres", d. h. Salpeter-plantagen.
Der Salpeter ist also das erste, dessen man für die Dar-stellung von Schwarzpulver bedarf. Der Unterschied zwischen Kalium-und Natriumsalz im Verhalten zu Wasser entscheidet in allen wichtigenFällen zugunsten des Kalisalpeters. Obwohl Kalisalz besonders her-gestellt werden muß und natürlich teurer wird, findet es für allebesseren Schießpulver Verwendung.
Dieser Kalisalpeter wiederum ist, wie erwähnt, sorgfältig auf seineBeschaffenheit zu prüfen; 15 g, in Wasser gelöst, dürfen keine Trübungmit Silbernitrat geben, also keine erhebliche Menge von Chloridenenthalten.
Außerdem ist neuerdings das Perchlorat besonders beachtet, weiles vielleicht zu Explosionen im Betriebe der Fabriken Veranlassunggegeben hat. Es kann im Natronsalpeter bis zu 0,8 °/o ausmachen, imKalisalpeter nicht viel mehr als 0,4 °/o und läßt sich durch Umkristalli-sieren auf ein Minimum bringen.
Die beiden anderen Rohstoffe für Schwarzpulver sind Schwefelund sogenannte Kohle.
Schwefel. Obwohl sich Schwefelblumen wegen ihrer Fein-heit eignen würden, sind doch die früher erwähnten Verunreinigungenderselben — schweflige Säure bzw. Schwefelsäure — in einem Schieß-mittel und Sprengstoff zu bedenklich. Also kommt nur reiner Stangen-schwefel in Betracht, der, wie die anderen Rohstoffe, ganz fein zupulvern ist.
Die Kohle für Schwarzpulver usw. ist meistens ein Ver-kohlungsprodukt von Holz, welches etwa 80°/o Kohlenstoff enthält;nur selten kann Steinkohle oder Braunkohle benutzt werden. DieSteinkohlen sind meistens zu dicht und deshalb zu schwer entzündlich;raunkohle ist sehr ungleich in der Zusammensetzung und wird aus-nahmsweise für Sprengpulver benutzt.
Die Ungleichheit der Zusammensetzung ist es, welche auch diemeisten, für andere Zwecke hergestellten Holzkohlen ausschließt. Dasgewöhnliche Holz ist aus deutlich erkennbaren Jahresringen zusammen-gesetzt, hat ungleichen Aschengehalt usw.; es liefert aus Ringen be-stehende Kohle mit Zwischenlagen. So liefert z. B. Nadelholz un-gleiche Kohle