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Vorlesungen über chemische Technologie
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Schießpulper.

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wickelte, und daß man es lange benutzte, bevor seine treibende Krafterkannt wurde.

Die Ausnutzung dieser Kraft und die Erfindung von Schießwaffenist daher der wesentliche Schritt gewesen; diesen Schritt scheint derMönch Berthold Schwarz zu Freiburg i. B. zuerst getan zu haben,etwa im Jahre 1313, also jedenfalls vor nun bald 600 Jahren 1 ).

Obwohl seitdem für viele Zwecke andere Schießmittel an Stelledes Schwarzpulvers getreten sind, behält das letztere doch die näheranzugebende Bedeutung als Schießmittel und außerdem als Spreng-pulver. Es ist das Muster für alle, was Methode und Apparate betrifft.Darstellung. Die große Rolle, welche der Salpeter bei derDarstellung von Schwarzpulver spielt, ergibt sich aus folgenden Zahlen.Jagdpulver enthält etwa:

75% Kalisalpeter,10 „ Schwefel,15 „ Faulbaumkohle.Sprengpulver enthält zuweilen einen geringeren Prozentsatz, so z. B.:65 °/o Kalisalpeter,15 „ Schwefel,20 „ Buchenkohle(Köln-Rottweil).Sprengsalpeter enthält:

75°/o Natronsalpeter,10 „ Schwefel,15 „ Steinkohle(Köln-Rottweil).Für andere Schießmittel, Zündmittel und Sprengstoffe werden ent-sprechende, aus Salpeter herzustellende Mengen freier Säure gebraucht.Man begreift daher, daß ein Land in große Verlegenheit kommt, wennes keinen Salpeter hat.

In auffallender Weise geschah dies zur Zeit der ersten französischenRepublik, da man mit allen anderen Staaten Europas in Streit gerietund die Zufuhr indischen Salpeters abgeschnitten wurde, so daß mankein Schießpulver machen konnte.

Nachdem man eben im Jahre 1794 den Chemiker Lavoisierhingerichtet hatte mit der Erklärung, daß man keine Gelehrten mehrbrauche, wandte man sich in dieser Not sofort wieder an die Wissen-schaft, und es war der Chemiker Monge, welcher darauf hinwies,

') Vgl. Gutmann, „Das älteste Dokument zur Geschichte des Schießpulvers".Zeitschrift für angewandte Chemie 1904. 1062.