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Vorlesungen über chemische Technologie
Entstehung
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Gips.

und nachher auseinandergenommen werden; sie umschließen Hohl-räume unzugängiger Art.

Der ziemlich dünne Gipsbrei muß in die Form gegossen werden;dann wird durch Bewegen derselben möglichst vermieden, daß Lufteingeschlossen wird. Die schon während des Eintragens der Massein die Form eintretende Bindung des Wassers, d. h. die beginnendeErstarrung, genügt, um den Gipsbrei haften zu machen.

Nachdem der Abguß erkaltet ist und in sich den nötigen Haltgewonnen hat, ist es Zeit, daß die Form auseinandergenommen wird.Dann ist der Abguß sorgfältig nachzuarbeiten, weil überall da, wo dieStücke der Form aneinanderstoßen, erhöhte Linien entstanden sind.

Infolgedessen werden die Gipsabgüsse durch die verwendete Arbeitum so kostspieliger, je größer und je feiner ausgeformt das Originalist. Denn erstens handelt es sich um Herstellung der Form, die kunst-reich zusammenzusetzen ist, so daß man sie nach dem Guß auseinander-nehmen kann, und zweitens um die Nacharbeit an dem Abguß.

Anderseits ist mit der Anwendung eines dünnen, wässerigenGipsbreies verbunden, daß der Abguß sehr porös wird, und das hatdie üble Folge, daß Staub und Unreinigkeit angenommen wird.

Versucht man zu waschen, so wird der Staub geradezu hinein-gewaschen. Dies tritt bei jeder Gipsmasse ein; so auch bei dem mitAufblasen gefertigten Abguß. Besonders auffallend ist es bei größerenund schwierig herzustellenden Abgüssen.

Deshalb macht man die wertvolleren Abgüsse in den Museendurch ein besonderes Verfahren abwaschbar, und zwar dadurch, daßman die der Natur der Sache nach sehr poröse Oberfläche in einedichte, welche den Staub nicht aufnimmt, verwandelt.

Dabei darf man aber nicht durch Anstreichen der Feinheit derForm schaden; deshalb hat die Sache ihre Schwierigkeit.

Zuerst glaubte man durch passende Anwendung von Barium-hydrat das Bestmögliche zu tun, weil bei gelinder Wärme eine Um-setzung mit dem Gips erfolgt und dann ein zweites, unlösliches Salzauf der Oberfläche gebildet wird, welches die Poren der Masse ver-stopft, gemäß folgenden Gleichungen:

1. CaS0 4 + Ba(OH) 2 = BaS0 4 + Ca(OH) 3

Bariumhydroxyd Bariumsulfat Calciumhydroxyd.

Calciumsulfat

Bariumsulfat(unlöslich)

Aus dem letzteren entsteht durch Einwirkung der Kohlensäure derLuft unlösliches Calciumkarbonat:

II. Ca(OH) 2 + C0 2 = CaCO s + H 2 0

Calciumhydroxyd Kohlensäure

Calciumkarbonat(unlöslich)

Wasser.