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Vorlesungen über chemische Technologie
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Gips.

Flaschen verschiedener Größe im Gebrauch sind, so ist es nicht wunder-bar, daß Unfälle vorkommen; sie sind aber selten und führen sichmeistens darauf zurück, daß die Behälter trotz der erwähnten Vorschriftüberladen werden. Wenn das Material der Vorschrift entspricht, sozerreißt der Behälter und wird natürlich durch den Stoß der Gase fort-geschleudert. Er zerspringt jedoch nicht in kleine Stücke, was beigußeisernen oder überhaupt aus sprödem Material hergestellten Be-hältern der Fall sein würde und viel größeres Unheil herbeiführenmüßte. Beide Teile der Vorschrift sind also von gleicher Wichtigkeit.

Diese Betrachtungen gingen von dem Calciumkarbonat aus undgeben das Muster ab für die ähnlichen Karbonate, aus denen demKalk entsprechende Oxyde zu erhalten sind.

Außer dem Magnesit sind also zu erwähnen: Barium- und Stron-tiumkarbonate, nämlich:

Bariumkarbonat, Witherit, BaC0 3 undStrontiumkarbonat, Strontianit, SrCO s .

Diese haben ein weniger verbreitetes Vorkommen, dienen aberimmerhin in entsprechender Weise zur Gewinnung von Barium-oxyd, BaO, auch Ätzbaryt oder kurz Baryt genannt, und Strontium-oxyd, SrO, Strontian.

Die Verwendung derselben ist, entsprechend der größeren Selten-heit von Barium- und Strontiumkarbonat, eine viel geringere; dieSpaltung entspricht derjenigen des Calciumkarbonats. Als Barium-verbindungen kommen wesentlich mineralische Farbstoffe (Barium-sulfat usw.) in Betracht. Dann der Baryt in der erwähnten Weise fürSauerstoff. Der Strontian hat nur eine im besonderen Zusammenhangezu erörternde Verwendung, diejenige für Strontiumsaccharat in derZuckerindustrie.

Dagegen ist unter den Calciumsalzen noch eins von besonderemInteresse: das bereits genannte Calciumsulfat. Das wasserfreieSalz, CaS0 4 , heißt Anhydrit und bildet, wie erwähnt, einen Bestandteilvon Salzlagern, z. B. desjenigen von Staßfurt. Es ist chemisch sehrpassiv und hat deshalb keine Bedeutung im Vergleich mit dem

Gips, CaS0 4 + 2 H 2 0.

Wesentliche Eigenschaften. Der Gips kristallisiert monoklino-metrisch und bildet bisweilen große ausgebildete Kristalle, unter denenbesonders die Zwillingsformen charakteristisch sind (Schwalbenschwänze).Je nach der Anordnung kleiner Kristalle wird das Aussehen sehr ver-schieden und die Benutzung ebenso. Man hat nicht nur blätterigen