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Kalisalze; Brom.
Im übrigen lassen sich die rohen Pottaschen in mancherlei Weiseverbessern. Durch Glühen mit Kohle zersetzt man etwa vorhandeneSchwefelverbindungen und führt Kaliumhydroxyd in Karbonat über.Dann löst man wieder und erhält durch neues Eindampfen einbesseres Produkt, auch bei genauer Regelung kristallinische Ab-scheidungen. Eine Analyse der Produkte ist aber immer zu empfehlen.
Anwendungen der Kalisalze. Schon in dem Umstände, daßChlorkalium nicht wie Chlornatrium für Speisezwecke verwendet wird,tritt die geringere Bedeutung der Kalisalze, insbesondere des Chlor-kaliums, zutage.
Daß anderseits die natürlich vorkommenden Kalisalze ihren Wertfür landwirtschaftliche Zwecke haben, ist schon hervorgehoben.
Die übrigen Verwendungen entsprechen denjenigen der Natron-salze. Die Glasindustrie braucht Kaliumsulfat und Pottasche, die Seifen-industrie Pottasche und kaustisches Kali; denn kalihaltiges Glas undKaliseife unterscheiden sich in ihren Eigenschaften von Natronglas undNatronseife.
Man braucht aber die selteneren Kalisalze nur dann, wenn sie fürdie betreffende Verwendung bestimmten Vorzug haben. Dementsprechendstellt man etwa 13 mal so viel Soda her wie Pottasche.
Mit den Alkalien in natürlichem Zusammenhange durch ihr Vor-kommen stehen die dem Chlor in chemischer Beziehung ähnlichenElemente Brom und Jod.
Brom.
Eigenschaften des Broms. Wie das Quecksilber unter denMetallen, so zeigt das Brom unter den Nichtmetallen die seltene Er-scheinung, bei gewöhnlicher Temperatur flüssig zu sein.
Brom ist in größerer Masse dunkelbraunrot, in dünnen Schichtenhyazinthrot. Bei 0° hat es das spezifische Gewicht 3,18 und erstarrtbei —7,4°. Es siedet bei 63°.
Die Löslichkeit in Wasser ist unbedeutend. 100 Teile Wasserlösen bei 15° ungefähr 3 Teile Brom.
Im Lichte zersetzt sich diese Lösung nach der Gleichung:2Br+H 2 0 = 2HBr + O
Brom Wasser Bromwasserstoff Sauerstoff.
Gegen organische Stoffe verhält sich das Brom ähnlich dem Chlor,so daß viele Farbstoffe zerstört und andere Körper wesentlich ver-ändert werden. Auch der Geruch ist demjenigen des Chlors ähnlich,aber stärker und unangenehmer. Die desinfizierende Wirkung ist stark.
Beide Elemente verbinden sich zu heftig wirkenden Verbindungen.