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Vorlesungen über chemische Technologie
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Schwefel und Schwefelverbindungen.

Dioxyd abkocht, natürlich nicht ohne Wasserdampf. Der Oasstrom istalso naß und so nicht zu verdichten.

Um dem Oasstrome das Wasser zu entziehen, wird man alsChemiker wohl zunächst zu Schwefelsäure, Chlorcalcium usw. seineZuflucht nehmen wollen. Das sind ganz gute Mittel bei der Arbeit imLaboratorium und da, wo es nicht darauf ankommt, was aus derSchwefelsäure oder dem Chlorcalcium wird. In der Technik hat manaber in erster Linie einfachere Mittel anzuwenden und erst, wenn diesenicht ausreichen, diejenigen, welche zu regenerieren oder zu ver-arbeiten sind.

Das einfachste Mittel, einem Gasstrom Wasser zu entziehen, istAbkühlung, durch welche das Gas nicht verändert wird. Demgemäßdienen hier Kühlschlangen, in denen die Hauptmenge des Wasser-dampfes verdichtet wird; dann mit Chlorcalcium oder Schwefelsäurebeschickte Trockenkästen, welche den Rest des Wasserdampfes ab-sorbieren. Dann erst kann das Dioxyd der Pumpe zugeführt unddurch diese verflüssigt werden. Die abgekochte, nicht ganz von Dioxydbefreite Lösung geht in den Absorptionsturm zurück und ebenso derÜberschuß des Gases, wie die Abbildung erkennen läßt.

Über die Oefäße, in denen die Verdichtung stattfindet und dasflüssige Dioxyd versendet wird, bleibt noch folgendes zu bemerken.Während man bei dem Gebrauch in kleinerem Maßstabe und beisachkundiger Behandlung kupferne Standgefäße hat, die bei der geringenSpannung des Dioxyds keine Gefahr bieten, ist für große Gefäßeerstens das Kupfer zu teuer, und zweitens sind gewisse Rücksichtenzu nehmen, wenn es sich um große Mengen verflüssigter Gasehandelt, die irrespirabel sind und in den Verkehr kommen, also mitBahnzügen versendet und den Arbeitern zur Benutzung übergebenwerden.

In einem Gefäß mit flüssigem Schwefeldioxyd hat man normaler-weise über der Flüssigkeit noch Gas. Zunächst übt beides zusammeneinen Druck auf die Behälter aus, welcher von den letzteren eine ge-wisse Stärke verlangt. Der Druck des verflüssigten Schwefeldioxydsist gering, wenn man ihn mit demjenigen der flüssigen Kohlensäurevergleicht; er beträgt selbst bei der höchsten Temperatur, welche durchunmittelbare Bestrahlung in der Sonne eintreten kann, also bei etwa50 °, nicht viel mehr als 6 Atmosphären. Immerhin muß der Be-hälter stark genug sein, um diesen Druck während beliebig langer Zeitzu ertragen. Auch muß man in allen solchen Fällen mit Ausnahmenrechnen, nämlich damit, daß durch besondere Umstände der Behälterdennoch platzt.