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Vorlesungen über chemische Technologie
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Schwefel und Schwefelverbindungen.

lagerungen von Schwefel, auf welche sich die regelmäßige Gewinnungdes Schwefels gründet, sind aber nicht rein. Bei diesen Ablagerungenkommen, wie gewöhnlich, die Beimengungen in Betracht, und alssolche sind für den Schwefel charakteristisch 1. Sulfate, d. h. schwefel-saure Salze, namentlich von Calcium und Strontium. Diese, gewöhn-lich als Gips und Cölestin bezeichnet, sind meist kristallinisch; 2. Tonvon verschiedener Färbung und andere amorphe Beimengungen, diedas Ganze matt oder dunkel erscheinen lassen. Diese Beimengungensind meistens so stark, daß getrennt werden muß.. Also handelt essich um Verarbeitung dieser Erze auf Schwefel. Dabei kommt folgen-des in Betracht:

Kleinere Ablagerungen gibt es bei uns in Schlesien, ferner beiKrakau in Österreich usw. Als große sind wesentlich diejenigen inSizilien, Italien, Island, Nevada, Louisiana und Mexiko zu nennen.Alle Ablagerungen stehen im Zusammenhange mit vulkanischer Tätigkeit-sie bilden sich an manchen Orten noch heute und erklären sich ausfolgenden zwei Vorgängen, die zugleich für die Gewinnung vonSchwefel aus anderen Quellen wichtig sind, also die Vorbilder fürindustrielle Betriebe wurden.

Im Innern der Erde sind Schwefelmetalle sehr verbreitet, d. h. Ver-bindungen, welche Schwefel und ein oder zwei Metalle enthalten;darunter gibt es solche, die auf ein Atom Metall zwei Atome Schwefelenthalten, z. B. Zweifach-Schwefeleisen. Die letzteren zerfallen unterdem Einflüsse der Hitze in der Weise, daß ein Atom Schwefel ab-gegeben wird:

FeS 2 = FeS + S.

Das Zweifach - Schwefeleisen heißt gewöhnlich Schwefelkies; eswird noch oft genannt werden, weil es die Muttersubstanz des Schwefels,auch im industriellen Betriebe ist.

Was zunächst diesen Vorgang in der Natur betrifft, so verdampftder durch die Hitze ausgetriebene Schwefel und verdichtet sich wiederin den kälteren Erdschichten, die über dem Schwefelkies liegen, soferner nicht dampfförmig bis an die Oberfläche gelangt. Durch die Ver-dichtung entstehen Ablagerungen, deren Größe und Beschaffenheit vonder Zeit und den Umständen abhängig ist. Das zurückbleibende Ein-fach-Schwefeleisen ist porös wie ein Schwamm, saugt Wasser ein undwird dadurch verändert, wieder unter dem Einflüsse der Wärme, sodaß schließlich der ganze Schwefelgehalt des Rohstoffs frei wird; derzweite Vorgang ist:

FeS + H 2 0 = FeO + H 2 S

Einfach-Scliwefeleisen Wasser Eisenoxydul Schwefelwasserstoff.

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