Druckschrift 
4 (1907) Benzolderivate und heterocyklische Verbindungen
Entstehung
Seite
18
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

V

18

Cymol: Vorkommen

Das Angelicawurzelöl (Angeliea Arehangelica L.) enthält nach Beil-stein und Wiegand (B. 15 [1882], 1741) ebenfalls Cymol.

In einem Fenchelöl {Foenieulum vulgare Gaertn.) soll nach Tabdy(Bl- III, 17 [1897], 660) auch Cymol enthalten sein (vgl. dagegen G. u. H,S. 740 und Sch. 1902, II, 38).

Labiatae.

Aus dem Kraut der „horse mint" (Monarda punctata L.) wird einätherisches Ol zu 3 °/ gewonnen, das Thymol enthält. Schumann undKeembbs (Pharm. Rev. 14 [189t>], 123) wiesen darin 61°/ 0 Thymol nach,während die Hauptmenge der Nichtphenole aus Cymol, außerdem ev.Linalool, Carvacrol und Spuren von d-Limonen bestand (vgl. auch Hendeicksund Kremers, Pharm. Archives 2 [1899], 73). — Auch das ätherische Ölvon „wild bergamot" [Monarda fistulosa L.) enthält ca. 52—58 °/ 0 Phenole,vornehmlich Carvacrol, ferner wurde in ihm Cymol nachgewiesen (Kremers,Pharm. Rundsch. N. Y. 13 [1895], 207 und Melznee u. Keemees, Pharm.Rev. 14 [1896], 198). — Auch im ätherischen Ol von Monarda eitriodora,zu 1 °/ 0 aus dem getrockneten Kraut erhalten, glaubt Brandel (Pharm.Rev. 22, 153; C. 1904, II, 774) Cymol nachgewiesen zu haben, während65 °/ 0 des Öles aus Phenolen, darunter Carvacrol und Hydrothymochinonbestanden, ferner 1,2 °/ 0 aus Citral; das Rohöl war rötlich und zeigted 20 = 0,9437.

Das ätherische Öl von Satureja Thymbra (Sch. 1889, II, 55) zeigted 15 = 0,906, hatte einen Thymolgehalt von 19 °/ 0 und enthielt ferner Pinen,geringe Mengen von Dipenten, Bornylacetat und Cymol. „Die größte Mengedes Öles besteht aus dem um 175° siedenden Cymol." — Das Bohnen-oder Pfefferkrautöl (Satureja hortensis) wurde besonders von Jahns(B. 15 [1882], 816) untersucht; sein Gehalt an Phenol (Carvacrol) beträgtca. 38—42°/ 0 , während außerdem Kohlenwasserstoffe vorhanden sind, vondenen 1 / 3 aus Cymol, 2 / 3 aus Terpenen bestehen (vgl. auch Sch. 1897, II, 65).

— Auch das Triester Origanumöl (Origanum kirtum Lk.) wurde vonJahns (Ar. 215 [1879], 1) untersucht; J. konstatierte darin Carvacrol(60—85°/ 0 ); die Nichtphenole wurden über Na destilliert; sie bestandenhauptsächlich aus Cymol. — Das Smyrnaer Origanumöl (Origanumsmyrnaeum L.) enthält, im Gegensatz zum Triester Öl, einen nicht unbedeu-tenden Linaloolgehalt (Gildemeistee, Ar. 223 [1895], 182). In den um175° siedenden Anteilen des Öles wurde Cymol nachgewiesen.

Das Thymianöl (Thymus vulgaris L.), das als Hauptbestandteil Thymolenthält, weist nach Lallemand (A. 101, 119; 102, 119) auch Cymol auf.

— Im Quendelöl (Thymus Serpyüum L.) wurde von Febve (C. r. 92[1881], 1290) Cymol festgestellt.

Das ätherische Ol von Thymus capitatus Lk. wurde aus dem frischenKraut (Sch. 1889, II, 56) dargestellt: d 15 = 0,901; sein Thymolgehalt be-trägt nur 6 °/ 0 . Außer Thymol ist in dem Öle in geringer Menge nochein anderes flüssiges Phenol enthalten. Es wurden ferner nachgewiesen:Pinen, Cymol, Dipenten und Essigsäurebornylester.