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1 (1906) Allgemeiner Teil; Methanderivate
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Olefinisches Terpen Ci 0 H 16 aus Sassafrasblätteröl

31. Olefinisches Terpen C 10 H 16 aus Sassafrasblätteröl (Lauraceae).

Vorkommen, Isolierung und Synthese. Über die Darstellung des

Sassafrasblätteröls vgl. S. 337. Power und Kleber (Pharm. Rev. 1896;C. 1897, II, 42) geben an, daß das Öl Citral, Myrcen, Ester des Linaloolsund Geraniols, sowie die Alkohole im freien Zustande, ferner Pinen undPhellandren, ein Sesquiterpen und einen paraffinartigen Körper enthalte.Zur Isolierung des ev. Myrcens wird am besten so verfahren, daß mansie durch fraktionierte Destillation im Vakuum vornimmt, indem wieder-holt über metallischem Kalium destilliert wird; die bei 13 mm vonca. 60—65° übergehenden Anteile dürften die Hauptmenge des vermutetenolefmischen Terpens enthalten.

Eig. Powee und Kleber geben nur an, daß ein Terpen C 10 H J6vorliege und daß seine Eigenschaften jenen des Myrcens außerordentlichnahe kämen. Bei der Hydratisierung wurde der Ester des Linalools er-halten, welches seinerseits durch Überführung in Citral charakterisiertwurde. Geruch und Siedepunkt des entstehenden Alkohols, sowie desAldehyds deckten sich mit jenen des Linalools und des Citrals; vomCitral selbst wurde durch Kondensation mit Naphtylamin und Brenz-traubensäure die Naphtocinchoninsäure des Citrals hergestellt.

Konstitution. Allerdings zeigen die angegebenen Daten große Ähn-lichkeit mit jenen des Myrcens; solange wir jedoch keine kristallinischenDerivate des Myrcens kennen, die ohne Umwandlung seines Moleküls zuerhalten sind, dürfen wir nicht ohne weiteres das olefinische Terpen desSassafrasblätteröls mit dem Myrcen für identisch erklären.

Geschichte. Die Herstellung des Sassafrasblätteröls erfolgte erst 1396durch Power und Kleber (a. a. 0.), so daß das olefinische Terpen selbstauch erst in dem letzten Jahrzehnt von jenen Forschern nachgewiesenwurde. Inwieweit Identität mit Myrcen vorliegt, müssen weitere Versucheentscheiden.

32. Olefinisches Terpen des ßosmarinöls (Labiatae).

Vorkommen, Isolierung und Synthese. Das Rosmarinöl wird vomRosmarinstrauch (Rosmarinus officinalis L.), der besonders in den Mittelmeer-ländern zu Hause ist, gewonnen. Die Pflanze wurde seit sehr langer Zeitschon bei den Griechen und Römern besonders zu medizinischen Zweckenverwendet. In Deutschland wurde sie bereits von Karl d. Gr. wegen ihrerEigenschaften, nicht zuletzt wegen des Gehalts an ätherischem Öl, ein-geführt. Über die Darstellung des ätherischen Öles des Rosmarins liegteine Notiz bei Arnoldus Villanovanus aus dem 13. Jahrhundert (ArnoldiVillanovani opera omnia. Cap. De vinis, Ven. 1595, 589) vor. Später findetes sich auch in den verschiedenen Arzneitaxen der Apotheken. Auch die