Druckschrift 
Untersuchung der Mineralöle und Fette, sowie der ihnen verwandten Stoffen : mit 92 Fig.
Entstehung
Seite
410
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

410 Aus verseif baren Fetten und Wachsen hergestellte Produkte.

sionen kann durch Ausschütteln mit Äthyläther der die Trübungbedingende Anteil, die Ricinolsäure, entzogen werden.

Aus Olivenöl, Erdnußöl, Kottonöl sowie Ölsäure durchSulfurieren gewonnene Türkischrotöle gelten im allgemeinen alsminderwertig.

III. Prüfung 1 .

a) Löslichkeit. Die Probe soll in wenig warmem Wasser klarlöslich sein, auf Zusatz von 10 Vol. Wasser eine haltbare, nicht zustarke Emulsion bilden. Zum Vergleich ist ein als mustergültig an-erkanntes Handelsprodukt, z. B. Javalöl, zu wählen. Beide Probenmüssen gegen Lackmus schwach sauer reagieren, anderenfalls ist mitEssigsäure eben anzusäuern.

In verd. Ammoniak sind gute Öle völlig löslich, die Lösungenbleiben auf Zusatz von viel Wasser klar.

b) .Probefärben .* Wichtige Prüfung, die aber nur in geübtenHänden verläßliche Resultate gibt. Man tränkt Baumwolle miteiner neutralen, ganz schwach ammoniakalischen Lösung von 1 Tl.Ol in 1020 Tln. Wasser, trocknet, beizt schwach mit essigsaurerTonerde und färbt in blaustichigem Alizarin aus, oder man drucktDampfrosa auf und macht die Farben in bekannter Weise durchSeifen, Avivieren usw. fertig. Zum Vergleich benutzt man wiederein Ol von bekannter Güte.

c) (Jesamtiettgehalt bedingt in hohem Maße den Wert einesTürkischrotöls. Unter Gesamtfettgehalt versteht man Fettsäuren,ursprünglich im Öl vorhandene und aus Fettschwefelsäurendurch Erhitzen mit Mineralsäuren abscheidbare üxyfettsäurensowie Neutralfett.

1. Bestimmung nach Benedikt. 4g Öl werden in20 cem Wasser event. d. h. bei Gegenwart einer Trübung unter Zu-satz von Ammoniak bis zur schwach alkalischen Reaktion gelöst,mit 15 cem Schwefelsäure (1:1 Rtl.) und 68 g Stearinsäureversetzt und bis zur klaren Abscheidung des Fettes zum schwachenSieden erhitzt. Nach Erkalten wird der erstarrte Kuchen mineral-säurefrei gewaschen und gewogen. Vom Gewicht des Rückstandeswird das Gewicht der zugesetzten Stearinsäure abgezogen.

2. Bestimmung nach Finsler. Man gießt eineLösung von 30 g Öl in 50 cem Wasser in ein Kölbchen von etwa200 cem Inhalt, dessen verlängerter Hals in l / 5 und 1 / 10 cem geteiltist, spült mit Wasser bis zu einem Gesamtvolumen von 100 cem nachund erhitzt nach Zusatz von 25 cem 65 proz. Schwefelsäure einigeZeit zum Kochen. Ist das ausgeschiedene Fett völlig klar und durch-scheinend, so fügt man allmählich heiße gesättigte Kochsalz- oderGlaubersalzlösung hinzu, bis die Fettschicht in den Hals aufgestiegenist, und liest nach V 2 Stunde das Volumen ab.