Druckschrift 
Untersuchung der Mineralöle und Fette, sowie der ihnen verwandten Stoffen : mit 92 Fig.
Entstehung
Seite
34
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

HHMHW

34

Erdöl und seine Verarbeitungsprodukte.

des auf dem Deckel sitzenden Aufzugsknopfs während des Versuchsunterstützt werden. Im übrigen wird auf Entflammbarkeit von ]/ 2 °zu % ° in gleicher Weise wie bei der Petroleumprüfung geprobt. Hierzuwird das Gefäß a aus dem Kältebade herausgenommen und mit einemHandtuch umwickelt. So ist vermieden, daß die aus c fortwährendentweichende Kohlensäure die Zündflamme zum Verlöschen bringt.Die Prüfung beginnt bei —50° oder —60°.

Eine Korrektur für den Barometerstand und den heraus-ragenden Alkoholfaden des Thermometers wird nicht angebracht.

Zur Bestimmung des Brennpunktes nimmt man denDeckel des Probers ab, spannt das Kältethermometer in ein Stativein und führt von 1 / 2 ° zu 1 / 2 ° ein Lötrohrflämmchen an die Ober-fläche des Benzins. Derjenige Punkt ist der Brennpunkt, beiwelchem ein fortdauerndes Brennen der Benzinoberfläche stattfindet.

Flammpunkte und Brennpunkte einiger Benzine verschiedenerSiedegrenzen sind nachstehend angegeben (Mitteilungen1899,17, 70):

Siedegrenzen des

Benzins ___ 50—00° 00—78° 70—88° 80-

Fp....... unter -58° —39° —45°

Zp ........... — —34» —42°

-100° 80—115° 100—150°

-22° —21° +10°

—19° + 10°

Die Unterschiede zwischen Flammpunkt und Brennpunktsind, wie man sieht, bei Benzinen bedeutend kleiner als beihöher siedenden Erdölprodukten, z. B. den sog. Mineralschmier-ölen.

Vergleichsflammpunkte anderer feuergefährlicher Flüssig-keiten: Absoluter Alkohol +12° bei 768 mm, 94 gew.-proz.Alkohol +18°, 70proz. Alkohol 22°, 50 proz. Alkohol 26,5°,Benzol — 8° (710—713 mm), Terpentinöl zwischen 30 und 32°.

IV a. Explosionsgefahr.

In Laienkreisen werden oft die Begriffe „brennbar" und„explosiv" verwechselt.

Explosiv sind nur Mischungen von brennbaren Dämpfenmit Luft, Sauerstoff oder anderen leicht oxydierend wirken-den Gasen, indessen nicht beliebige Mischungen, sondern nurGemische bestimmter Konzentration. Die folgende Zusammen-stellung (Tabelle 3) zeigt einige von Bunte und Eitner 1 )

1 ) Journal für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung 1901,

Nr. 45.