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III. Geschichtliches und Allgemeines zur Krankheitsentstehung usw.
im sensibilisierten Meerschweinchenorganismus dadurch experimen-tell festgestellt, daß ich nachwies, wie der Antitoxinschwund beisensibilisierten Tieren schon nach etwa fünf Tagen soweit vorge-schritten ist, wie bei normalen Tieren erst nach etwa 15—20 Tagen.Als ich dann aber mit Zeissler angenommen habe, daß — fallsder perakute anaphylaktisehe Shock seine Entstehung einem proteo-lytisch produzierten Anaphylatoxin verdankt — bei den am Sboekverendeten Tieren gleichfalls deutlicher Antitoxinschwund zu kon-statieren sein mußte, da zeigte sich, daß diese Voraussetzung inWirklichkeit durchaus nicht zutrifft; selbst solche Meerschweinchen,welche den Shock überlebten und deren Blutantitoxin 45—60 Mi-nuten nach der intravaskulären Injektion von antitoxischem Pferde-serum austitriert wurde, hatten ebensoviel Antitoxineinheiten in1 ccm Aderlaßblut wie normale Kontrolltiere, welche auf die gleicheWeise vorbehandelt waren. Ich habe an anderer Stelle 2 ) die hierhergehörigen Versuche folgendermaßen beschrieben:
„In der Voraussetzung, daß zu der Zeit, wo nach intravaskulärerTetanusheilseruminjektion bei einem sensibilisierten Meerschwein-chen die Symptome des anaphylaktischen Shocks sich einstellen, eindeutlicher Antitoxinschwund nachweisbar sein müßte, wenn die ana-phylaktische Vergiftung die Folge von proteolytischen Zerfallspro-dukten sein soll, führte ich nach mannigfachen Vorversuchen,welche niemals dieser Schlußfolgerung entsprachen, schließlich zu-sammen mit Dr. Zeissler am 20. März 1913 einen großen Versuchaus, in dem, zusammen mit normalen Kontrolltieren von gleichemGewicht, drei sensibilisierten Meerschweinchen die nach unserenVorversuchen zur Skockerzeugung ausreichende Dosis von 0,5 ccmeiner 36fachen Verdünnung meines elf fach normalen Tetanus-serums in das Herz injiziert wurde. Alle sensibilisierten Tierezeigten danach die unzweideutigen Symptome des anaphylaktischenShocks. Zwei von ihnen starben nach drei, bzw. sechs Minuten, dasdritte überlebte den Shock. Die Antitoxinbestimmung in dem Blutder verendeten Tiere ergab sowohl kurz vor dem Tode, als auch beider Blutentnahme aus dem Herzen sofort nach dem Todeseintrittden gleichen Gehalt an Antitoxin, wie in dem Blut der nichtsensi-bilisierten Meerschweinchen wenige Minuten nach der Antitoxin-injektion. 1 / 7 Antitoxineinheit war eingespritzt worden, und an-nähernd 1 lno Antitoxineinheit wurde wiedergefunden in 1 ccm Blut
!) In einem für die Festschrift zum 70jährigen Geburtstag von Metschnikoffbestimmten Artikel, der jetzt wegen der Kriegsverhältnisse nicht abgedruckt werdenkann und dessen Inhalt zum Teil hier mitverarbeitet worden ist.
Nachträgliche Bemerkung. Die vorstehende Anmerkung ist/vielfach so ge-deutet worden, als ob ich infolge der Kriegsverhältnisse freiwillig meine persönlichen undfreundschaftlichen Beziehungen zu Metschnikoff abgebrochen hätte. Um jeden Zweifelan der Unrichtigkeit einer solchen Interpretation auszuschließen, habe ich in der D. med.Woch. eine unzweideutige „Berichtigung" publiziert.