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Die Prüfung der ätherischen Öle.
Prozentgehalt des Öles an Essigester 1 ) oder Alkohol direkt an-geben. Der Gebrauch der Tabellen ist ohne weiteres klar. Hatman bei Bergamottöl die Esterzahl 112 gefunden, so sucht mandiese Zahl in der mit C 10 H 18 O überschriebenen Abteilung aufund findet in der die Überschrift „Acetat" führenden Kolonne dieden Prozentgehalt des Bergamottöls an Linalylacetat angebendeZahl 39,20. Diese 39,20°/o Acetat entsprechen, wie aus dernächsten, „Alkohol" überschriebenen Kolonne hervorgeht, 30,80°/oLinalool.
Um für die genannten Alkohole überhauptjede Rechnung zu ersparen, haben wir noch eineweitere Tabelle II, (S. 652) beigegeben, aus der dieEsterzahl (Säurezahl, Verseifungszahl) sowie derentsprechende Gehalt an Acetat und Alkohol un-mittelbar aus der Anzahl der verbrauchten ccmHalbnormal-Kalilauge ersehen werden können,wenn genau 1,50 g Öl in Arbeit genommen werden.
Acetylierung. Viele ätherische Öle enthaltenals wichtige Bestandteile Alkohole verschiedenerZusammensetzung, z. B. Borneol, Geraniol,Terpineol, Linalool, Thujylalkohol, Menthol,Citronellol und Santalol. Zur quantitativen Be-stimmung kann man ihr Verhalten gegen Essig-säureanhydrid, mit dem sie sich beim Erhitzenzu Essigsäureestern umsetzen, benutzen. AlsBeispiel für den Reaktionsverlauf sei die Bildungdes Geranylacetats angeführt:C l0 H H OH + (CH 3 CO), O = CH 8 C0 2 C 10 H i7 + CH ;! CO, H.Zur Acetylierung-) werden 10 ccm des Öles mit dem gleichenVolumen Essigsäureanhydrid unter Zusatz von ca. 2 g trocknemNatriumacetat und einigen Siedesteinchen in einem mit ein-geschliffenem Kühlrohr versehenen Kölbchen (Fig. 74) 1 Stunde aufdem Sandbade im gleichmäßigen Sieden erhalten. Nach dem Er-kalten setzt man zu dem Kolbeninhalt etwas Wasser und erwärmtunter mehrmaligem Umschütteln V* Stunde auf dem Wasserbade,um das überschüssige Essigsäureanhydrid zu zersetzen, scheidet
Fig. 74.
') Bei Geraniol auch an Tiglinat. Tab. I, S. 651.-) Bericht von Schimmel £f Co. Oktober 1894, 65.