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1 (1910)
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Hauptbestandteile der ätherischen Öle.

Als Ausgangsmaterial zur Gewinnung von Thymol dient imGroßbetriebe meist Ajowanöl.

Künstlich kann es auf verschiedene Weise dargestellt werden;interessant ist seine Bildungsweise aus Dibrommenthon durchAbspaltung von Bromwasserstoff mittels Chinolin 1 ).

Thymol bildet farblose, durchsichtige, monokline oder hexa-gonale, nach Thymian riechende Kristalle, die bei 50,5 bis 51,5°schmelzen und bei 232° (752 mm, Quecksilberfaden ganzim Dampf) sieden. Thymolkristalle sinken im Wasser unter,sind also schwerer als 1, geschmolzenes Thymol ist dagegenleichter und schwimmt auf der Oberfläche des Wassers; es kannerheblich unter seinem Erstarrungspunkt abgekühlt werden, ohnefest zu werden. An überschmolzenem Thymol hat Perkin-)folgende spezifische Gewichte ermittelt:

d 40 0,9872, d 15 o 0,9790, d 20 0,9757, d 2B 0,9723, d 60 0,9624.

Den Brechungsindex (n D2i4) geben Nasini u. Bernheimer 3 )zu 1,51893 an.

Schimmel 8; Co. fanden:

d 15 0,9760 und n D20 1,52269 (überschmolzen).

Thymol ist nur wenig löslich in Wasser (1 :1200) und inGlycerin (1:1000), besser in Paraffinöl (etwa 1:20), leicht inWeingeist, Äther, Chloroform, Benzol, Eisessig, flüchtigen undfetten Ölen. Im Gegensatz zu Carvacrol wird die alkoholischeLösung durch Eisenchlorid nicht gefärbt, dagegen zeigen diebeim Lösen von Thymol in konzentrierter Schwefelsäure ent-stehenden Thymolsulfosäuren, C e H 2 (S0 3 H) (CH 3 ) (C 3 H 7 ) (OH), inwäßriger Lösung mit Eisenchlorid Violettfärbung.

Als Phenol bildet Thymol mit Alkalien in Wasser löslicheSalze und kann aus den ätherischen Ölen durch Schütteln mitverdünnten (5- bis 10-prozentigen) Laugen isoliert werden, einVerfahren, das auch zur quantitativen Bestimmung des Thymolsbenutzt wird (vgl. im KapitelDie Prüfung der ätherischen Öle"unter Phenolbestimmung).

Von Derivaten des Thymols sind hervorzuheben das Phenyl-urethan vom Smp. 107° und die durch Einwirkung von salpetriger

') Beckmann u. Eickelberg, Berl. Berichte 29 (1896), 420.

-) Journ. ehem. Soc. 69 (1896), 1183.

:l ) Gazz. chim. ital. 15 (1885), 59; Jahresber. d. Chem. 1885, 314.