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1 (1910)
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Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln.

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Parfüms in Gestalt alkohollöslicher Produkte zu gewinnen, diealsEssertees concretes" im Jahre 1873 auf der Wiener Welt-ausstellung erschienen. Einen sehr komplizierten Apparat ließsich Laurent Naudin 1 ) 1875 patentieren, der unter anderemauch gestattete, die Destillation des mit Riechstoff beladenenLösungsmittels im Vakuum vorzunehmen.

Industrielle Anwendung findet das Verfahren der Extraktionvon Blüten mit flüchtigen Lösungsmitteln erst seit 25 bis 30 Jahren.Massignon errichtete zu dieser Zeit eine Extraktionsanlage inCannes, deren Apparate den in der Zuckerindustrie gebräuch-lichen Diffuseuren nachgebildet waren. Das mit dem Blumenduftgesättigte Lösungsmittel wurde in einer Vakuumdestillierblaseverdampft. Als Extraktionsmittel versuchte Massignon zuerstÄther, Schwefelkohlenstoff, Methylchlorid und Benzol, schließlichkam er zu der Überzeugung, daß für seine Zwecke ein gereinigterPetroläther vom spez. Gewicht 0,650 am geeignetsten sei. Späterverkaufte Massignon seine Fabrik und seine Patente an LeonChiris. Allmählich wurden weitere Fabriken mit Blütenextrak-tionsanlagen ausgerüstet, und gegenwärtig zählt man in Grasseetwa 15 größere derartige Betriebe. In Jaffa errichtete Garniereine Fabrik zur Extraktion von Cassieblüten und in Kara-Sarliibei Karlovo in Bulgarien eine solche, um Rosen nach derExtraktionsmethode zu behandeln. Neuerdings ist auch in Neu-Caledonien eine Anlage zum Extrahieren von Cassie und anderen,hierzu auf der Insel angebauten Blumen eingerichtet worden.

Die praktische Ausführung des Verfahrens der Extraktionmit flüchtigen Lösungsmitteln zerfällt in vier Teile:

1. Wahl und Reinigung des Lösungsmittels.

2. Methodische Erschöpfung der Blüten.

3. Verdampfung des Lösungsmittels und Gewinnung desmit Riechstoffen beladenen Blütenwachses (che par-fumee).

4. Wiedergewinnung des Lösungsmittels.

1. Wahl und Reinigung des Lösungsmittels. Das inden meisten Fällen angewandte Lösungsmittel ist Petroläther vomspez. Gewicht 0,650 (15°); man reinigt ihn durch aufeinander-

) Bull. Soc. Chim. II. 38 (1882), 586 bis 600.