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Extraktion, Enfleurage und Mazeration.
(also wohl von Robinia Pseudacacia?) sowie der Blüten vonSyringa vulgaris mit Äther auszog.
Sehr eingehend beschäftigte sich Mi Hon 1 ) in Algier mit derExtraktion von Blüten durch flüchtige Lösungsmittel. Er empfahlzu diesem Zweck Äther, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Holz-geist und die flüchtigsten Anteile des Benzins.
Mi Hon brachte die Blüten in einen „appareil ä dSp/acement", fülltemit Äther auf und erneuerte diesen nach 10 bis 20 Minuten. Das nach Ver-dampfen des Lösungsmittels erhaltene Extrakt bewahrte er offen auf, weil erglaubte, daß der Zutritt der Luft günstig auf den Riechstoff wirke. Es istdies aber nur eine Täuschung; wird nämlich das Lösungsmittel nicht sehrsorgfältig unter Zuhilfenahme des Vakuums entfernt, so riecht man die ge-ringsten Spuren noch, wenn das Extrakt in einem geschlossenen Gefäßeaufbewahrt wird. Es war Millon nicht unbekannt, daß die Hauptmenge desExtrakts aus Pflanzenwachs besteht, das in Alkohol fast unlöslich ist, under bestimmte aus der Gewichtsdifferenz des Extrakts, vor und nach derBehandlung mit Alkohol, die Menge des in ihm enthaltenen Riechstoffs.
Auch auf die Bedeutung der Tageszeit für die Ernte machte Millonaufmerksam. Nelken müssen nach 2- bis 3stündiger intensiver Besonnung,Rosen des Morgens, wenn sie vollständig aufgeblüht sind, Jasminblüten vorSonnenaufgang geerntet werden. Cassie riecht für ein geübtes Organ ver-schieden, je nachdem die Blüte morgens, mittags oder abends gesammelt ist.Zur Extraktion werden von Millon empfohlen: Orangenblüten, Tuberosen,Heliotrop, Levkojen und Narzissen.
Die Verwendung des jetzt allgemein gebräuchlichen Petrol-äthers an Stelle von Äther ist von H. Hirzel' 2 ) in Leipzigvorgeschlagen worden; seine zu diesem Zwecke konstruiertenApparate waren bereits im Jahre 1864 in Frankreich, England,Österreich und mehreren Staaten Deutschlands patentiert. DasProblem, die Extraktion unter Verwendung von Äther, Schwefel-kohlenstoff, Chloroform und Petroläther zu einem technischbrauchbaren Verfahren zu gestalten, versuchte auch um dieselbeZeit A. Piver. 8 ) Die Benutzung von Methylchlorid als Lösungs-mittel befürwortete Camille Vincent. 4 )
Zu Anfang der siebziger Jahre arbeitete Louis Roure 9 ) einVerfahren aus, durch Extraktion von Blüten höchst konzentrierte
x ) Memoire sur la nature des Parfüms et sur quelques fleurs cultivablesen Algör/e. Journ. de Pharm, et Chim. III. 30 (1856), 407; Compt. rend. 43(1E56), 197.
2 ) Hirzels Toiletten-Chemie. III. Aufl. Leipzig 1874, S. 77.
s ) Ibidem S. 79.
4 ) Piesse, Chimie des parfums. 1903, S. 69.
5 ) Berichte von Roure-Bertrand Fils Oktober 11)00, 27.