Storaxöl.
561
sich ein wohlriechender, an der Luft harzartig erstarrender Balsamaus. Er wird durch Auskochen und Auspressen der Rinde ge-wonnen und bildet den Styrax liquidus des Handels, eine zähe,schmutzig graue oder grünlich graue, harzige Masse von eigen-artig aromatischem Gerüche und scharfem, gewürzigem Geschmack.Storax liefert bei der Destillation mit Wasser 0,5 °/o, bei An-wendung gespannter Dämpfe über 1 % ätherisches Öl.
Eigenschaften. Storaxöl ist eine hellgelbe bis dunkelbraune,angenehm riechende Flüssigkeit, die je nach der angewandtenDestillationsart sehr verschieden ausfällt. Wenn die Kohlen-wasserstoffe reichlicher vertreten sind, ist das Öl leichter alsWasser, bei größerem Gehalt an Alkoholen und Zimtsäureesternaber sinkt es im Wasser unter. Das spez. Gewicht schwanktdaher zwischen 0,89 und 1,06; « D — 38° bis +0°30'; n D20 „ 1,53950bis 1,56528; S.Z. 0,5 bis 33; E. Z. 0,5 bis 130; löslich" in 1 Vol.70°/oigen Alkohols, bei Zusatz von 2 bis 5 Vol. tritt meist Opal-escenz ein; in 80°/oigem Alkohol ist es in jedem Verhältnis lös-lich, doch zeigt auch hier die verdünnte Lösung oft Opalescenz.Öle mit hoher Esterzahl sind weniger leicht löslich.
Zusammensetzung. Der eigentümliche, etwas an Petroleumerinnernde Geruch des Storaxöls rührt von seinem Gehalt anStyrol 1 ) her.
Styrol oder Phenyläthylen C a H 5 -CH:CH 2 siedet bei 146°,ist optisch inaktiv und läßt sich durch sein bei 74° schmelzendesDibromid, C 6 H 5 -CHBr-CH 2 Br, identifizieren. (Vgl. Bd. I, S. 297).
Die Drehung des Storaxöls ist nach van't Hoff 2 ) auf einensauerstoffhaltigen, Styrocamphen genannten Körper der FormelC 10 H 16 O oder C 10 H 18 O zurückzuführen.
Von den übrigen Bestandteilen des Storax gehen bei derDestillation die mehr oder weniger flüchtigen Zimtsäureester desÄthyl- 8 ), Benzyl(?)- 4 ), Phenylpropyl- 3 ) und Zimtalkohols 3 )(Styracin) und deren Komponenten, hauptsächich Phenylpropyl-und Zimtalkohol, sowie Vanillin"') teilweise mit in das Öl über.
*) E.Simon, Liebigs Annalen 31 (1839), 265.
2 ) Berl. Berichte 9 (1876), 5.
3 ) W. von Miller, Liebigs Annalen 18S (1877), 184.
4 ) A. Laubenheimer, ibidem 164 (1872), 289.
') K. Dieterich, Pharm. Zentralh. 37 (1896), 425.
Gildemeister, Die ätherischen Öle. II. 36