Cassiaöl.
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Jahre in hoher Blüte stand. Sie bestand in dem Zusatz vonKolophonium und Petroleum. Anfangs mochten die Chinesenwohl nur Kolophonium angewandt haben, weil aber größere Harz-zusätze das Ol zu sehr verdickten und auch das spez. Gewichterhöhten, so wurden diese Fehler durch Petroleum wieder aus-geglichen. Da durch diese Fälschung das spez. Gewicht undmerkwürdigerweise auch die Löslichkeit in 80%igem Alkoholnicht beeinflußt wurde, so blieb sie längere Zeit verborgen, underst der Umstand, daß der Harzzusatz allmählich zu reichlichgeworden war, führte zur Entdeckung. Die damaligen Handels-öle hatten einen höchst unangenehmen Geruch, dunkelbrauneFarbe und dicke, lackartige Konsistenz. Ihr wenig süßer Ge-schmack machte schnell einem ekelhaften, lange anhaltenden,kratzenden Gefühl im Munde Platz. Bei der Rektifikation mitWasserdampf blieben bis 40% einer harten Harzmasse in derDestillierblase zurück; das Destillat bildete in der FlorentinerFlasche zwei Schichten, von denen die eine im Wasser untersank,die andre darauf schwamm. Die leichte bestand, wie die Unter-suchung zeigte, aus Petroleum.
Das Bedürfnis, die Verfälschung im kleinen schnell nach-zuweisen, führte zur Destillationsprobe von Schimmel 8j Co.')Sie besteht darin, daß man ein gewogenes oder gemessenesQuantum Öl in einem Kölbchen über freiem Feuer destilliert undden kolophoniumhaltigen Rückstand durch Wägung bestimmt.Die Ausführung geschieht auf folgende Weise: In ein tariertesFraktionskölbchen von 100 ccm Inhalt (Bd. I, S. 583, Fig. 70),dessen Seitenrohr nicht zu hoch angeschmolzen ist, wägt man50 g Cassiaöl. Nachdem das Kölbchen mit einem 1 m langenKühlrohr verbunden worden ist, destilliert man den Inhalt übereiner Bunsenflamme oder einer Spirituslampe ab. Anfangs ent-weicht etwas Wasser mit prasselndem Geräusch, dann steigt dasThermometer schnell auf 240° und die Hauptmenge geht zwischen240 und 260° über. Das Ende der Destillation wird durch das Auf-treten weißer, von der Zersetzung des Rückstandes herrührenderDämpfe angezeigt. Das Thermometer zeigt dann 280 bis 290°.
Nach dem Erkalten wägt man den Kolben mit dem Destil-lationsrückstand, der bei guten Ölen von dicker, zäher, brei-
') Bericht von Schimmel % Co. Oktober 1889, 15.
Güdemeistcr, Die ätherischen Öle. II.
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