Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
376
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

I

376

Familie: Chenopodiaceae.

Handelsöle liegt zwischen 0,965 und 0,990 und darüber; « D 4bis8°50'. Löslich in 3 bis 10 Vol. 70%igen Alkohols 1 ).

Minderwertige Öle haben d 150,93 2 ) bis 0,965 und lösen sichnicht klar in 70°/oigem Alkohol. Manchmal ist aber auch eineVerfälschung mit Terpentinöl die Ursache der schlechten Lös-lichkeit und des niedrigen spezifischen Gewichts. Der Nach-weis kann durch fraktionierte Destillation geführt werden; dasTerpentinöl findet sich in den ersten, unter 170° siedenden An-teilen. Bei reinen Ölen geht unterhalb 170° nichts über. Wirddas Öl mit Essigsäureanhydrid und Natriumacetat gekocht, soerhält man von dem Produkt eine ziemlich hohe E. Z. (etwa 280),die aber als analytische Konstante nicht in Betracht kommenkann, da während der Acetylierung tiefgreifende Veränderungendes Öls stattfinden 2 ).

Zusammensetzung. Eine im Jahre 1854 ausgeführte Arbeit 3 )hat zur Kenntnis der Zusammensetzung des Öls wenig bei-getragen. Erst durch eine von Schimmel 8j Co. im Jahre 1908angestellte Untersuchung*) wurden verschiedene bekannte Körperisoliert und die Zusammensetzung des Hauptbestandteils desÖls, des Ascaridols C 10 H 1(j O.,, ermittelt.

Die niedrigsten von 172° an siedenden Anteile des Ölsbestehen aus p-Cymol (p-Oxyisopropylbenzoesäure; p-Propenyl-benzoesäure, Smp. 159 bis 160°), dem kleine Mengen eines Terpens,wahrscheinlich Sylvestrens (Sylvestrenreaktion) beigemischtsind. In der der Hauptfraktion vorangehenden Zwischenfraktionwurden Spuren von d-Campher (Semicarbazon, Smp. 236°;Oxim, Smp. 118°) nachgewiesen.

Der wichtigste Bestandteil des Öls, das Ascaridol'') C 10 H 16 O 2 ,hat einen widerlichen betäubenden Geruch und unangenehmenGeschmack. d ls J,0079; a D 4°14'; n ü20 1,4731. Sdp. 83° (4 bis

l ) Die von Schimmel Sj Co. in ihrem Bericht April 1894, 56 erwähntenÖle (Samenöl, d 15 o 0,900; « D18°55'; Blätteröl, do 0,879; « D 32°55' ; beidenicht löslich in 70°/<>igern Alkohol) scheinen unter den oben geschildertenungünstigen Destillationsbedingungen gewonnen worden zu sein und könnennicht als normale Destillate angesehen werden.

-) E. Kremers, Pharm. Review "25 (1907), 155.

3 ) Garrigues, Americ. Journ. Pharm. 26 (1854), 405.

4 ) Bericht von Schimmel $ Co. April 1908, 112.

"') So genannt wegen seiner Wirksamkeit gegen Ascariden.