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2 (1913)
Entstehung
Seite
359
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Sandelholzöl.

Außer diesen Bestandteilen enthält das Sandelholzöl nachvon Soden und Müller 1 ) stark und unangenehm riechendePhenole sowie fruchtartig riechende Lactone. Als wahr-scheinlich wird die Anwesenheit von freiem und verestertemBorneol hingestellt. Vielleicht hat der borneolartige Geruchdes später aufgefundenen Santenonalkohols (?r-Norisoborneol)zu dieser Vermutung Veranlassung gegeben.

Eigenschaften. Ostindisches Sandelholzöl ist eine ziemlichdicke, blaßgelbe bis gelbe Flüssigkeit von eigentümlichem,schwachem, aber sehr lange anhaftendem Geruch und nichtangenehmem, harzigem, kratzendem Geschmack. d t50,974 bis0,985; « D 16 bis20°45', ausnahmsweise sind auch niedrigereDrehungen beobachtet worden; n D20 1,505 bis 1,508; S.Z. 0,5 bis8,0-); E. Z. 3 bis 17; E. Z. nach Actig. nicht unter 196, entsprechendeinem Santalolgehalt von mindestens 90°/o; der Wert des Ölssteigt mit dem Santalolgehalt, der bei guten Ölen 94°/o unddarüber beträgt.

Zur Lösung des Sandelöls sind 3 bis 5 Vol. 70-, 5 bis 6 Vol.69 und 6 bis 7 Vol. 68°/oigen Alkohols erforderlich; die Lösungmuß in allen Fällen bei weiterem Alkoholzusatz klar bleiben,eine etwaige Trübung ist aber nicht unbedingt ein Zeichen füreine Verfälschung, sondern kann auch durch Zersetzungs- oderVerharzungsprodukte verursacht sein, die bei unzweckmäßigerDestillationsführung entstehen. Auch mit dem Alter und durchden Einfluß von Licht und Luft büßt Sandelöl an Löslichkeits-vermögen ein und gibt dann in den obigen Verhältnissen nurnoch trübe Mischungen.

Da manche Pharmakopoen eine Löslichkeit 1:5 in einemverdünnten Weingeist fordern, dessen Stärke von 68 bis 70%schwanken darf, so mag darauf hingewiesen sein, daß dieseForderung nur dann erfüllt wird, wenn der Weingeist den oberenzulässigen Alkoholgehalt aufweist.

Wie bereits erwähnt, zeichnen sich die in Indien destilliertenOle durch dunkle Farbe, brenzligen, durch Zersetzungsprodukte

') Pharm. Ztg. U (1899), 259.

2 ) Bei der Wasserdestillation (Vgl. von Rechenberg, Theorie der Ge-winnung und Trennung der ätherischen Öle. Miltitz bei Leipzig 1910, S. 286)steigt die Säurezahl des Öls. Durch Rektifikation und Wegnahme des Vor-laufs, in dem sich die Teresantalsäure befindet, sinkt die S. Z.