Sandelholzöl.
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mit einem Tondeckel verschlossen, in dessen Mitte ein gebogenesKupferrohr von ca. 5' -2 Fuß Länge eingesetzt wird. Das Rohrmündet in eine kupferne Vorlage, die in einem mit Wasser ge-füllten porösen Tonbecken ruht. Zur Destillation wird das Holzin Späne zerkleinert und je 50 Pfund in die Blase eingefüllt.Dann wird Wasser zugegeben und die Destillation einer Füllungeinen ganzen Monat lang Tag und Nacht ununterbrochen fort-gesetzt. Wasser wird etwa 15 mal innerhalb 24 Stunden in dieBlase nachgefüllt und zwar das angewärmte Wasser des Kühl-gefäßes. Die Olausbeute wird wie folgt angegeben:für Wurzeln ... ca. 4,34%„ ]ugpokals ... „ 3,47%„ Ain Chiltas. . „ 2,60%
Das Öl gelangt zum Teil nach Udipi, zum Teil auch nachMangalore an den Markt. Der letztere Platz ist der wichtigere,und nach lokalen Aussagen soll im Jahre 1909 die Ausfuhr vondiesem Hafen einen Wert von Rs. 150000 (?) betragen haben,worunter wohl aber ohne Zweifel auch Maisur-Destillate, dieauch nach Mangalore gelangen, figurieren. Fast alles Öl gehtauf Dampfern nach Bombay, von wo es dann wieder nach dempersischen Golf und nach China exportiert wird.
Es dürfte ohne weiteres klar sein, daß bei dem geschildertenprimitiven Destillationsverfahren keine wirklich guten Sandelölezu erhalten sind. Infolge der langen Destillationsdauer müssennotwendigerweise Zersetzungsprodukte auftreten, die die Qualitätder Öle beeinträchtigen und Farbe wie Geruch in gleicher Weiseungünstig beeinflussen. Die Anomalie der indischen Öle kommtaußerdem auch in den Konstanten (vgl. unten) zum Ausdruck.
Auch im Norden von Indien wird Sandelholzöl gewonnenund zwar in Kanauj l ) (Kanouj), einer Stadt in Audh (Oudh)zwischen Cawnpur und Allahabad. In Lucknow und Jaunpur,wo sie früher betrieben wurde, hat die Destillation ganz aufge-hört. Kanauj ist das Zentrum der altindischen Parfümerie-In-dustrie, wo die verschiedenen indischen „attars", d. h. Blumen-gerüche auf Basis von Sandelholzöl, gewonnen werden.
Durch vollkommenere Zerkleinerung des Holzes sowie durchverbesserte Destillationsapparate erhält man in Europa höhere
') Vgl. Watt, Commercial produets of India. London 1908, p. 9/7.