Ingweröl.
291
über. Aus der von 255 bis 265° siedenden Fraktion wurde durchVerseifen mit methylalkoholischem Kali eine bei 134° schmelzendeSäure — wahrscheinlich Zimtsäure — erhalten.
171. Ingweröl.
Oleum Zingiberis. — Essence de Gingembre. Oil of Ginger.
Herkunft und Gewinnung. Zingiber officinale Roscoe (Amo-rnum Zingiber L.) ist ursprünglich im südlichen Asien einheimischund wird wegen seines gewürzigen Rhizoms dort und auf denInseln des südasiatischen Archipels, ferner in Japan, Westindienund in Afrika kultiviert. Ingwer wird hauptsächlich exportiertaus folgenden Ländern (nach der Höhe der Ausfuhr geordnet) 1 ):China, Indien, Japan, Jamaica, Sierra Leone. Heuerdings ist auchdie Kultur in Ostafrika aufgenommen worden, über die Prof.Dr. Zimmermann 2 ) folgende Mitteilungen macht:
An die Fruchtbarkeit des Bodens stellt der Ingwer ziemlichhohe Anforderungen; dieser darf nicht zu fest und nichtsumpfig sein. Sandiger Lehmboden, der auch kalkhaltig ist, istfür die Ingwerkultur am günstigsten. Die Anzucht geschiehtausschließlich aus Stücken von Wurzelstöcken, die an trocknenOrten aufbewahrt und kurz vor der Aussaat in 3 bis 5 cm langeStücke, von denen jedes mindestens ein Auge enthalten muß,zerschnitten werden. Die Anlage der Felder ist ähnlich wie beieinem Kartoffelfeld, und zwar besitzen die Kämme zweckmäßigeine Breite von 30 cm, die Furchen eine solche von 70 cm. Aufden Kämmen werden die Knollenstücke in Abständen von 25 bis30 cm in 7 bis 10 cm tiefe Löcher ausgelegt, die dann gut mitErde aufgefüllt werden, weil in Höhlungen liegende Knollen leichtfaulen sollen.
Die Ernte beginnt, wenn die oberirdischen Teile verwelken,w as im allgemeinen nach 9 bis 11 Monaten der Fall ist; dieKnollen werden dann aus dem Boden herausgenommen. DieWeitere Verarbeitung beginnt in allen Fällen damit, daß von densorgfältig gewaschenen Knollen alle Wurzeln abgeschnitten werden.
*) Statistische Angaben über den Ingwerhandel siehe Bull. Imp. Inst. 100912), 118; Bericht von Schimmel 8( Co. Oktober 1912, 66.
2 ) Mitteilungen aus dem Biologisch-Landwirtschaftlichen Institut Amani.2- Juli 1904. Nr. 28. Sonderabdruck aus der „Usambara Post".
19*