Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
275
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Safranöl.

275

Schimmel 8{ Co. vermuteten, bezweifelt Hesse und hält seineMenge für jedenfalls sehr gering.

Es bleibt immerhin auffallend, daß das durch Oxydationisolierte Estergemisch verhältnismäßig leicht flüchtig ist. Hessegibt den Siedepunkt der ersten Hälfte des Gemisches von unter199 bis 240° an, während die andere Hälfte über 240° siedet.Der Siedepunkt des Benzylbenzoats liegt aber bei 324°. Hier-nach sind doch auch niedriger siedende Ester vorhanden, unddie Gegenwart von Benzoesäuremethylester (Sdp. 199 bis200°) wäre demnach nicht ausgeschlossen.

Ferner konnte Hesse durch Behandlung des Öls mitPhthalsäureanhydrid einen Alkohol isolieren, der nach seinemSdp. 206 bis 214° und sonstigem Verhalten jedenfalls zumgrößten Teil aus Benzylalkohol besteht. Demnach ist dieserAlkohol auch im freien Zustande im Tuberosenblütenöl enthalten.

In dem Pomadenöl ist von Hesse noch das Vorkommenvon Salicylsäuremethylester festgestellt worden, der imExtraktöl nicht nachweisbar war.

Familie: IRIDACEAE.159. Safranöl.

Durch Destillation des aus den Narben von Crocus sativusL. (Familie der Iriclaceae) bestehenden Safrans mit Wasser imKohlensäurestrom erhielt R. Kayser 1 ) eine geringe Menge eineskaum gelblich gefärbten dünnflüssigen Öls von intensivem Safran-geruch, das sehr leicht Sauerstoff aus der Luft absorbierte, wobeies sich verdickte und eine bräunliche Farbe annahm. Die Ele-nientaranalyse gab auf die Formel C 10 H 10 , also auf ein Terpenstimmende Zahlen.

Dasselbe Öl entstand auch durch Erwärmen der wäßrigenLösung des im Safran enthaltenen Safranbitters oder Picrocrocins.Hierbei wird, wie Kayser annimmt, das Picrocrocin in Crocoseund Safranterpen gespalten.

CgsHeaÖi? + H 2 0 = 3C 6 H 12 0 B + 2C 10 H 10

Picrocrocin

Wasser

Crocose

Terpen

*) Berl. Berichte 17 (1884), 2228.

18*