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2 (1913)
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269
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Knoblauchöl.

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Auf Grund einer im Jahre 1844 ausgeführten chemischenUntersuchung warT. Wertheim 1 ) zu der Überzeugung gelangt, daßdas Knoblauchöl im wesentlichen aus Allylsulfid (C S H 5 ) 2 S be-stehe, eine Ansicht, die sich fast 50 )ahre lang behauptet hatund die, ohne ein einziges Mal nachgeprüft zu werden, in alleLehrbücher übergegangen ist.

Als Sem ml er 2 ) im Jahre 1892 die Untersuchung wiederholte,stellte es sich heraus, daß Knoblauchöl keine Spur von Allylsulfid :i )enthält. Die Analyse des Öls ergab neben Kohlenstoff undWasserstoff die Anwesenheit von Schwefel'), während Sauerstoffund Stickstoff fehlten.

Da sich das Öl bei der Destillation unter gewöhnlichemDruck zersetzt, so mußte es im Vakuum fraktioniert werden,wobei es unter 16 mm Druck von 65 bis 125° überging. Semmlerisolierte folgende Körper:

1. Ein Disulfid CH 12 So (ca. 6%) vom Sdp. 66 bis 69°bei 16 mm, das seiner Zusammensetzung nach wahr-scheinlich C..H-S SC 3 H 7 , also Allyl-propyldisulfid ist.

2. Ein Disulfid C,.H 10 S., (60%) bildet den Hauptbestand-teil und ist der Träger des reinen Knoblauchgeruchs.Sdp. 79 bis 81° (16 mm); d u>s 1,0237. Seine Kon-stitution ist wahrscheinlich: C :! H 5 S SC.,H,.

3. Ein Körper C e -H i0 S 3 (20%). Sdp. 112 bis 122° (16 mm);d 18 .1,0845; Konstitutionsformel: C 3 H 6 S S SC,H 5 .

Das im Destillationsrückstande verbleibende Öl weist einennoch höheren Schwefelgehalt auf und hat möglicherweise dieZusammensetzung C e H 10 S 4 .

Da Allylsulfid unter 15,5 mm Druck bei 36 bis 38° siedet,die ersten Anteile des Knoblauchöls aber erst bei 60 bis 65°

') Liebigs Annalen 51 (1844), 289.

2 ) Arch. der Pharm. 230 (1892), 434.

3 ) Hiermit werden natürlich auch die Angaben über die anderen Ölehinfällig, die angeblich Knoblauchöl resp. Allylsulfid enthalten sollen, wie dieOle von Thlaspi arvense L. und Alliaria officinalis L.

J ) Eine interessante Zusammenstellung über das Vorkommen schwefel-haltiger Öle im Pflanzenreich ist von C. Hartwich (Apotheker Ztg. 17 [1902],339) gemacht worden. Darin sind nicht nur solche Öle aufgenommen, in denenSchwefel wirklich nachgewiesen ist, sondern auch solche, deren knoblauch-artiger Geruch auf die Gegenwart von Schwefel schließen läßt.