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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Suprarenin Systogen.

Suprarenin siehe ,,A d r e n a 1 i n".Stissstoffe, künstliche.

1. Saccharin, der Konstitution nach Anhydro-o-sulfamin-

CObenzoesäure bezw. Benzoesäuresulfinid. CerL^gg ^>NH.

Zur Darstellung sulfuriert man Toluol mit konz. H 2 S0 4 bei einer 100° nichtübersteigenden Temperatur und führt die so entstandenen o- und p-Toluol-monosulfosäuren zuerst in das Ca-SaUz und dann in das Na-Salz über. Dastrockne Na-Salz wird mit PC1 3 und Cl behandelt, worauf man, nach Abdestil-lieren des gebildeten POOla, das entstandene Gemisch von o- und p-Toluol-sulfochlorid stark abkühlt. Hierbei kristallisiert die p-Verbindung aus, währenddas o-Sulfochlorid flüssig bleibt und durch Zentrifugieren abgesondert wird.Durch Einwirkung von NH 3 auf letzteres erhält man zunächst o-Toluolsulfamid,welches durch Oxydation mit KMnCU in o-benzoesulfaminsaures K übergeht;aus letzterem scheiden sich durch Zusatz von Säuren unter gleichzeitigerWasserspaltung Kristalle des Benzoesäuresulfinids,d. h. des Sac-charins aus.

Es bildet ein weisses, geruchloses, in H 2 0 sehr schwer lösliches Pulvervom Seh. P. 224°. Durch Behandeln mit Alkalikarbonaten erhält man darausleichtlösliches Saccharin (K r y s t a 11 o s e). Das Saccharin wirdnach patentiertem Verfahren auch elektrolytisch durch Zersetzung von o-To-luolsulfamid in alkalischer Lösung dargestellt.

Andere künstliche Süssstoffe sind entweder der Konstitution nach das-selbe wie Saccharin, so z. B.:

2. Süss-Stoff Sandoz, oder

3. Methylsaccharin C 6 H 3 (CH 3 )<gQ 2 >NH.

Ferner seien erwähnt:

4. D u 1 z i n (S u k r o 1), der Konstitution nach Phenetolkar-b a m i d.

5. Q 1 u z i n , d. h. Amidotriazinsulfosäure und ihr Na-Salz.

Wir verweisen auf den Aufsatz von H. S e r g e r ,Künstliche Süssstoffe"in der Chemiker-Ztg. 1912 S. 829 und 851.

Nach dem Süssstoffgesetz vom 7. Juli 1902 ist es verboten, künstlicheSüssstoffe herzustellen, feilzuhalten, zu verkaufen und zu importieren. Aus-nahmen sind nur insoweit zulässig, als das Saccharin zu wissenschaftlichenoder Heilzwecken bezw. zum Genuss für Kranke bestimmt ist. Der Ver-kauf findet im allgemeinen nur durch die Apotheken statt.

Süssstoffe, künstliche:

Saccharinfabrik A.-G. vorm. Fahlberg, List & Co., Magdeburg-Südost.

Sylvinsäure sieheA b i e t i n s ä u r e".

Syndetikon (Zuckerkalkleim): 100 CaO löscht man in 50 H 2 0, giesstdas überstehende H 2 0 ab und setzt 15 T. des entstandenen gelöschten Kalkseiner Lösung von 60 Meliszucker in 180 H 2 0 zu, erwärmt auf 75°, stellt unteröfterem Umschütteln einige Tage beiseite und löst darauf in 255 T. dieserklaren Lösung 60 Kölner Leim auf.

Syntans soviel wie N e r a d 0 1 (s. d.).

Syrgol, eine Verbindung von kolloidalem Silber mit Albumosen, bildetwasserlösliche Kristalle. In 24 °/ooiger Lösung wird es mit gutem Erfolgebei Gonorrhöe verwendet.

Syrup sieheS i r u p".

Systogen. Es ist salzsaures p-Oxyphenyläthylamin und bildet perl-mutterartig glänzende, schwach bittere, in H 2 0 und Alkohol lösliche Kristalle.Es soll sich als verhältnismässig ungiftiger, genau dosierbarer Ersatz derMutterkornpräparate bewähren.