Reagentien und Reaktionen.
22. Ca rösches Reagens auf Alkaloide. Dasselbe besteht ausSulfomonopersäure und wird durch Lösen von Ammoniumpersulfatoder Kaliumpersulfat in konz. H2SO4 erhalten. Das Eintragen muss langsamund bei niedriger Temperatur (unter Kühlung der Schale mit Eis) geschehen;die dabei entstehende Paste wird gegen das Ende des Eintragens ganz fest.Die Verwendung der Verbindung als Reagens auf Alkaloide beruht auf seinerenergischen Oxydationsfähigkeit.
23. Deniges' Reaktion auf Zitronensäure: Man löst 5 gQuecksilberoxyd in 20 ccm konz. H2SO4 und 80 ccm H2O. 5 ccm der 1—2 %Zitronensäure enthaltenden Flüssigkeit erhitzt man mit 1 ccm des Reagens zumSieden und setzt dann tropfenweise 2 %ige KMnC>4-Lösung zu: Die Flüssig-keit wird entfärbt, und noch bei einem Gehalt von 1 T. Zitronensäure in10 000 T. Flüssigkeit entsteht ein feinkristallinischer weisser Niederschlag.
24. E i s e n c h I 0 r i d. Fe 2 Cl 8 . Lösung 1 : 20.
25. Erdmanns Reagens auf Alkaloide. Eine HNO3 ent-haltende konz. H 2 S0 4 : Man verdünnt 10 Tropfen HNO3 von 1,153 sp. G. mit20 ccm dest. H 2 0 und gibt von dieser Flüssigkeit 20 Tropfen zu 40 ccmreiner konz. H2SO4. Auf 1—2 mg trocknes Alkaloid in einem weissenPorzellanschälcfcen giesst man 1 ccm des Reagens und wartet 15—30 Minutenauf die Reaktion; Temp. 18—22° C. (Weiteres siehe „Alkaloide").
26. Essigsäure. C2H4O2. Man benutzt gewöhnlich 50 %ige(sp. G. 1,06).
27. F e h I i n g sehe Lösung siehe Artikel ,,M assanalys e".
28. Fischers Reagens auf Zuckerarten: 2 T. salzsaures Phenyl-hydrazin + 3 T. Natriumazetat in 20 T. H 2 0.
29. Froh des Reagens. Auflösung von 0,5 g Natriummolybdatin 100 ccm konz. H2SO4, gibt mit vielen Alkaloiden charakteristische Fär-bungein.
30. Gerbsäure (Tannin). Lösung 1 : 10. Dient als Reagens aufTitansäure; eine Lösung von 1 T. Gallusgerbsäure in 8 T. H 2 0 und 1 T.Alkohol dient als Reagens auf Alkaloide.
31. Goldchlorid. AuCl 3 + 2 H 2 0. Lösung 1 : 20. Dient als Alka-loidreagens; Lösung 1 : 30 als Reagens auf Zinnoxydulsalze.
32. G r i e s s'sches Reagens. Dasselbe dient zum Nachweis und zurkolorimetrischen Bestimmung von salpetriger Säure: 0,100 g reines (weisses)a-Naphtylamin wird durch viertelstündiges Kochen mit 100 ccm H 2 0 aufgelöst,dazu 5 ccm Eisessig gesetzt, eine Lösung von 1 g Sulfanilsäure in 100 ccm H a Ozugesetzt und die Mischung in gut verschlossener Flasche aufbewahrt. Eineganz schwach rosarote Färbung des Reagens stört bei der Verwendung von1 ccm desselben auf 50—100 ccm der zu prüfenden Flüssigkeit nicht; stärkereFärbung lässt sich durch Zinkstaub beseitigen. 1 ccm Griesssches Reagenszeigt Viooo mg Nitritstickstoff in 100 ccm Wasser nach 10 Minuten noch sehrdeutlich durch Rosafärbung an.
33. G r i g n a r d sehe Reaktion. Aus metallischem Magnesium undHalogenalkylen erhält man feste Verbindungen der allgemeinen FormelRMgHal, worin R ein Alkyl, Hai ein Halogenatom ist. Die so erhaltenenOrganomagnesiumverbindungen sind äusserst reaktionsfähig und haben dieSynthese zahlreicher Verbindungen erst ermöglicht, bei andern bedeutend er-leichtert. Wir verweisen auf die ausführlichen Berichte über die Synthesenmittels der Grignardschen Reaktion: Chem. Zeitschr. 111,35 und IV, 315.
34. H a 1 p h e n sehe Reaktion auf K o 11 o n ö 1: Gleiche Raumteileöl, Amylalkohol und mit Schwefel gesättigter Schwefelkohlenstoff werden ineinem Bade von siedender Kochsalzlauge 10—'15 Minuten erhitzt: Bei Gegen-wart von Kottonöl tritt entweder sofort oder nach längerem Stehen einecharakteristische orangerote bis rote Färbung ein, doch versagt die Reaktion,wenn das Kottonöl vorher auf 250° erhitzt worden war.
35. Hämatoxylinlösung siehe No. 17. ,,B 1 a u h o 1 z t i n k t u r".
36. Helwigs Blutlösungsflüssigkeit. Lösung von 1 T. KJin 4 T. H 2 0, löst eingetrocknete Blutflecke ohne Veränderung des Blut-farbstoffs.