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Auskunftsbuch für die chemische Industrie
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Niob — Nitranilin.

Nikotin bildet eine farblose, leicht bewegliche, sich aber an der Luft all-mählich verdickende und bräunende Flüssigkeit von starkem Tabakgeruchund brennend scharfem Geschmack; sp. O. (bei 15°) 1,0147. Nikotin ist mitWasserdämpfen unzersetzt flüchtig, während es für sich allein destilliert teil-weise zersetzt wird. Im H-Strome siedet es unzersetzt bei 240—242°. E s i s tausserordentlich giftig. Es mischt sich mit H 2 0, löst sich leichtin Alkohol, Amylalkohol, Äther, CHCU, Petroläther und fetten ölen.

Man benutzt das Nikotin und seine Salze medizinisch, und zwar innerlichzu 0,001—0,003 g gegen nervöses Herzklopfen, äusserlich in spirituöser Lösungzu Einreibungen, Umschlägen, Klystieren.

Nicotinum, crud. (90°/ 0 )......D Mk. 0,60; H Mk. 4,60; 1 kg Mk. 43,00

puriss.........D „ 1,10; H „ 9,20; 1 „ „ 85,00

„ hydrochlor., crist., alb............D „ 2,20

„ salicylic. crist. alb.............. D „ 6,60

„ tartaric. „ „.............D „ 2,20

Nikotin:

Chemische Fabrik Flörsheim, Dr. H. Noerdlingor, I E. Merck, Darmstadt.Flörsheim-Untermain.

Apparate zur Gewinnung von Nikotin:

Friedrich Heckmann, Berlin SO. 16, Brücken- I Volkmar Hänig & Comp., Tloidenau, Bez. Dresden.Strasse 6b (s. Inserate). j

Apparate zur Herstellung von Nikotinextrakt:

Techn. Büro für die ehem. Industrie Ludwig Wickop, Chemiker-Ing., Berlin-Wilmersdorf.

Niob Nb (Niobium). Seltenes metallisches Element vom A. G. 93,9, das,ebenso wie seine Verbindungen, technische Bedeutung nicht besitzt. Überdie Reindarstellung des Niobs veröffentlichte W. v. Bolton einen interessantenAufsatz (Zeitschr. f. Elektrochemie 1907, 145).

Niobeöl (Benzoesäuremethylester) siehe ,,Benzoesäureester"unter „Benzoesäure" und „Fruchtäther".

Nirvanin — Salzsaurer Diäthylglykokoll-p-Amido-o-Oxybenzoesäure-methylester.

\qh

.HCl.

(C 2 H 5 )2N: CH 2 -CONHf

COsCH,

Zur Darstellung lässt man auf den in Benzol gelösten Methylester der p-Amido-o-Oxybenzoesäure zunächst Monochlorazetylchlorid einwirken und destilliertdas Benzol ab, worauf sich der Chlorazetyl-p-Amido-o-Oxybenzoesäuremethyl-ester abscheidet. Dieser wird in Alkohol gelöst und mit einer Diäthylamin-lösung unter Druck erhitzt, wobei direkt das Nirvanin gebildet wird.

Weisse, in H 2 0 leichlösl. Prismen vom Seh. P. 185°. Nirvanin ist einlokales Anästhetikum; man benutzt 0,1—2 %ige Lösungen.

Niton siehe „Radioaktive Substanzen".

Nitranilin. C 6 H 5 . (N0 2 ). NH 2 . Von den drei Isomeren wird daso-N i t r a n i 1 i n nach folgendem Verfahren (D. R. P. 65 212) gewonnen: Manerwärmt O x a n i 1 i d mit H2SO4, nitriert die gebildete Oxanilidosulfosäureund erhitzt die so erhaltene Dinitrooxanilidosulfosäure mit bei 130—150° C.siedender H 2 S0 4 in offenen Gefässen; hierbei entsteht unter Abspaltung desOxalylrestes o-Nitrani,lin, welches Kristalle vom Seh. P. 71,5° bildet. Auchdurch Nitrieren der Azetylsulfanilsäure wird dieselbe Verbindung erhalten.

Zur Darstellung des m-Nitranilins kann man nach dem erloschenenD. R. P. 30 889 vom Anilin ausgehen: Man trägt 10 kg fein gepulvertes Anilin-nitrat portionsweise und unter stetem Rühren in 40 kg auf —5° C. abge-kühlte konzentrierte H 2 S0 4 ein, wobei die Temperatur nicht über + 5 C.steigen darf. Dann giesst man die Lösung in 400 1 H 2 0, versetzt vor-