Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
1170
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1170

Zincum sulfuricuni.

Schwefelsäureanhydrid, Schwefligsäureanhydrid und Sauerstoff entweichen, während fastreines Zinkoxyd zurückbleibt.

Werden die Lösungen des Salzes in der Wärme zur Krystallisation gebracht, soschiesst dasselbe in schiefen, rhombischen Prismen mit weniger (2, bez. 5 und 6 Mol.) Krystall-wasser an. Mit den schwefelsauren Salzen der Alkalimetalle geht das Zinksulfat ver-schiedene krystallisationsfähige Verbindungen ein. Diese bilden sich, wenn die neutraleZinksulfatlBsung mit einer unzureichenden Menge Alkali gefällt wird. Die Krystalle desZinksulfats und Magnesiumsulfats mit gleichem Krystallwassergehalte sind isomorph,unterscheiden sich aber durch ihr Verhalten gegen Lackmuspapier, insofern sich Magnesium-sulfat gegen dasselbe indifferent verhält, während Zinksulfat sauer reagirt.

Prüfung. 1) Eine Lösung von 0,5 g Zinksulfat in 10 ccm Wasser sei nach demVermischen mit 5 ccm Ammoniakflüssigkeit klar (Trübung = Thonerde oder Eisen)und gebe alsdann mit Schwefelwasserstoffwasser eine weisse Fällung. Dunkle Färbungdieses Niederschlages würde fremde Metalle, z.B. Blei, Kupfer, Eisen, anzeigen.

2) Beim Erwärmen mit Natronlauge soll Zinksulfat Ammoniak nicht entwickeln.

3) Vermischt man 2 ccm einer lOproc. Zinksulfatlösung mit 2 ccm konc. Schwefelsäureund schichtet auf die Mischung 1 ccm Ferrosulfatlösung, so soll auch nach längerem Steheneine gefärbte Zone nicht entstehen. (Salpetersäure.) 4) Die wässerige Lösung werdedurch Silbernitrat nicht verändert (Trübung- = Chlor). 5) Schüttelt man 2 g Zink-sulfat mit 10 ccm Weingeist und filtrirt nach 10 Minuten, so soll das Filtrat nach demVerdünnen mit 10 ccm Wasser nicht sauer reagiren (freie Schwefelsäure).

Aufbeivahrung. Zinksulfat ist vorsichtig in geschlossenen Glas- oder Porcellan-gefässen aufzubewahren und auch stets vorsichtig zu handhaben, umsomehr, als es demBittersalze sehr ähnlich ist.

Anwendung. Zinksulfat hat desinficirende Eigenschaften. Aeusserlich wirktes in Substanz und konc. Lösung (weil esEiweiss coagulirt) ätzend, in verdünnter Lösungadstringirend und sekretionsbeschränkend. Man benutzt es zu Waschungen und Ein-spritzungen (0,5:100), ferner zu Augenwässern (0,1:100) in ausgedehntem Maasse.Innerlich bewirken Gaben von etwa 0,3 g ab Erbrechen. Die Anwendung als Brech-mittel, überhaupt die innere Anwendung ist eine verbältnissmässig seltene. Höchst-gaben: pro dosi: 0,1 g (Helv.), 0,8 g (Austr.), 1,0 g (Germ.), pro die: Austr. und Germ,vakant; 1,0 g (Helv.).

Im Handverkaufe wird das Zinksulfat zur Bereitung von Augenwasser verlangt.Man gebe es mit Vorsicht ab. Insbesondere signire man die Umhüllung mitAeusser-lich", ausserdem gebe man für 5 Pfg. nicht mehr als 2,0 g, für 10 Pfg. nicht mehr als4,0 g Ziuksulfat, damit die nicht verbrauchten Beste nicht unnöthig lange bei den Patientenherumliegen.

II. f Zincum SUlfuriClim Crudlim. Vitrioluin album. Zinivitrlol. (roher).Weisser Yitriolsteln. Augenstein. Weisser Galitzenstein. Weisser Kupferrauch.Weiss-Kupferroth. Weisses Kupferwasser. Sulfate de zino du commerce (Gall.).Formel und Mol. Gewicht wie beim reinen Salze. Nur in der Gall. enthalten.

Wird fabrikmässig hergestellt, indem man Zinkblende röstet, das Böstproduktmit Wasser auszieht und die Lösung durch Eindampfen zur Krystallisation bringt.

Weisse, meist zu Krusten oder Klumpen vereinigte Krystallmassen, die gewöhnlichschon etwas verwittert sind. Sie enthalten als Verunreinigungen namentlich: Blei,Kupfer, Arsen, Cadmium, Eisen, Magnesium.

Es liegt kein Bedürfniss vor, dieses Salz in den Apotheken vorräthig zu halten.Wenn es zur Herstellung von Augenwässern und ähnlichen Arzneien gefordert wird, sogiebt man an seiner Stelle das reine Salz ab. Es würde also nur abzugeben sein,wenn es zu technischen Zwecken gefordert werden sollte. Aufbewahrung. Vor-sichtig.