Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
1169
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Zincum sulfuricum.

1169

oder in 36 Th. Aether löslich. Die wässerige Lösung färbt sich auf Zusatz von Ferri-chloridlösung violett; Ammoniak scheidet einen weissen, im Ueberschusse der Animoniak-flttssigkeit löslichen Niederschlag aus. In der ammoniakalischen Lösung erzeugt Schwefel-wasserstoffwasser einen weissen Niederschlag von Zinksulfid.

Prüfung. 1) Die Lösung in 5 Th. Weingeist bleibe bei Zusatz einer gleichenRaummenge Aether klar (fremde Zinksalze). 2) Die wässerige Lösung (1 = 20) werdedurch Baryumnitratlösung nicht verändert (Schwefelsäure), und 2 Raumtheile derwässerigen Lösung, mit 3 Raumtheilen Weingeist versetzt und mit Salpetersäure an-gesäuert, sollen auf Zusatz von Silbernitratlösung nicht mehr als opalisirend getrübt werden(Prüfung auf Chlor).

Aufbewahrung. Vorsichtig. Anwendung. Vorzugsweise in der denna-tologischen Praxis zu Streupulvern, Zinkleim u. dergl.

Gelatina Zinci salicylici van Itallie. Gelatinae albao 8,0, Aquae destillatae 30,0,Glycerini 25,0, Zinci salicylici 5,0. Man dampfe bis auf 50,0 ein.

Zincum sulfuricum.

Zlncum sulfuricuui. Zinksulfat. Schwefelsaures Zink. Zinkvitriol. Vitriolumzincicum. Vitrioluni album. Weisser Vitriol. Sulfate de ziuc. Zinci Snlfas*.Weisser Galitzenstein. ZnSO,, + 7 H^O. Mol. Gew. + 287.

I. f ZinCUm SUlfuriCUm purum. Zincuni sulfuricum (Austr. Germ. Helv).Sulfate de zinc offlcinal (Gall.). Zinci Sulfas (Brit. U-St.).

Darstellung. Man verdünnt in einer Porcellanschale 5 Th. Engl. Schwefel-säure mit der 56fachen Menge WasseT, setzt hierzu 3 1 / a ~4 Th. Zink (am bestenZinkschnitzel) und lässt das Ganze, wegen der Möglichkeit des Entweichens von Arsen-wasserstoff (!), zunächst unter freiem Himmel und, wenn die erste heftige Einwirkungnachgelassen hat, in der Wärme so lange stehen, bis eine Gasentwickelung nicht mehrwahrgenommen wird. Eine kleine Menge Zink muss ungelöst bleiben, damit die untenangeführten Metalle (Pb, Cu, Cd, As) im Niederschlage verbleiben. Die Flüssigkeit wildjetzt filtrirt, das im Ueberschuss vorhandene Zink mit destillirtem Wasser abgewaschenund das Filter ausgesüsst. Die Flüssigkeit enthält ausser Zinksulfat in der Kegel nochetwas Ferrosulfat gelöst, giebt daher mit rothem Blutlaugensalze eine grünliche bis bläu-liche Färbung. Die übrigen verunreinigenden Metalle (Blei, Kupfer, Kadmium, Arsen) sindin Gestalt eines schwarzen, schlammigen Rückstandes ungelöst gebliehen, Arsen ist zumTheü auch als Arsenwasserstoff entwichen.

Man führt zunächst das Eisen oxydulsalz im Eisenoxydsalz über, indem man dasFiltrat so lange mit einer Anreibung von Bleisuperoxyd (oder Mennige) und Wasser ver-setzt, bis eine abfiltrirte Probe mit Ferricyankalium keine blaue Färbung mehr giebt.Man filtrirt alsdann ab, fällt das Eisen durch Erhitzen mit reinem Zinkoxyd, filtrirt,säuert das Filtrat schwach mit Schwefelsäure an und bringt es durch Eindampfen zumKrystallisiren.

Eigenschaften. Keines krystallisirtes Zinksulfat bildet farblose, gerade, rhom-bische Prismen oder aus der gestörten Krystallisation kleine Nadeln von scharfem, ekel-haftem, metallisch-salzigem Geschmacke, welche an der Luft oberflächlich verwittern undin der Wärme in ihrem Krystallwasser schmelzen. Die Krystalle lösen sich in 0,6 Th.kaltem Wasser, und in weniger denn 0,4 Th. heissem Wasser, indem sie zugleich in ihremKrystallwasser schmelzen. Sie enthalten 7 Mol. Krystallwasser. Beim Trocknen des Salzesbei 100° C. entweichen nur 6 Mol. des Krystallwassers, während das 7. Mol. (das sog.Konstitutionswasser) erst oberhalb 200° C. frei wird unter theilweiser Zersetzung desZinksulfats. In der Glühhitze wird das Zinksulfat fast vollständig zersetzt, indem

Handb et, pharm Praxis. II.

74