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2 (1920)
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Viola.

Beatandtheile. Ein wenig bekannter Stoff Violin, der brechenerregend wirkt,in der Wurzel reichlich, in den Bltithen nur in ganz geringen Spuren vorkommt, fernerein Farbstoff Cyanin.

Einsammlung und Aufbewahrung. Die Blüthen werden im April gesammelt,ron den Kelchen befreit und entweder sofort zum Sirup verarbeitet, oder sorgfältig, zu-nächst im Schatten, dann bei gelinder Wärme getrocknet und vor Licht geschützt aufbe-wahrt. Zur Erhaltung eines Geruchs pflegt man etwas Bhizoma Iridis ins Aufbewahrungs-gefäss zu legen. Sie dienen zur Bereitung des Veilchensirups, der früher wegen seinerschönen blauen Farbe als Zusatz zu Mixturen verordnet wurde, jetzt nur noch im Hand-verkauf, gewöhnlich mit andern Säften gemischt, bei Kinderkrankheiten verlangt wird.

Frische Blüthen halten sich einige Zeit in Form einer Konserve: 100 Th. zerquetschteBlüthen, 300 Th. Zucker, 60 Th. Alkohol, 40 Th. Glycerin.

Herba Tiolae odoratae, Veilchenblätter und Radix Violae odoratae, Veilchen-wurzel finden zu den Kuren der KNEipp'schen Schule Verwendung.

Ptisana de flore Yiolae (Gall.). Tisane de violette. 10,0 getrocknete Blüthen,1000,0 kochendes Wasser; nach 1 / 2 Stunde durchseihen.

Sirupus Yiolae. Sirupus Yiolae odoratae. Veilchensirnp. Blau-Veilchensaft.Sirop de violette. Ergänzb.: 4 Th. frische, entkelchte Veilchenblüthen übergiesst manmit 7 Th. siedendem Wasser, presst nach 24 Stunden ab und bringt 7 Th. Filtrat mit13 Th. Zucker zu 20 Th. Sirup. Gall.: Aus 100 Th. durch Absieben von Kelchen etc.befreiten Blüthen bereitet man, wie nach Ergänzb., 210 Th. Filtrat und löst darin 380 Th.Zucker. Für Erhaltung der Farbo ist von Wichtigkeit, dass man nur zinnerne Geräthe,reineB destillirtes Wasser und besten Zucker verwendet, ferner Ammoniakdämpfe fern hält,den fertigen Sirup durch ungebrauchten Flanell seiht und noch heiss in kleine Flaschenfüllt, die vor Licht geschützt kühl aufbewahrt werden. Der Sirup ist violett und wirddurch Alkalien grün gefärbt.

Sirupus Yiolariim artiiiciaüs. Nach E. Diktbkich. 15,0 entkelchte, geschnitteneMalvenblüthen, 10,0 Veilchenwurzel, 50,0 Weingeist, 350,0 Wasser macerirt man 24 Stunden,seiht durch, fügt 0,1 Ferrosulfat hinzu, kocht auf, filtrirt, bringt mit 650,0 Zucker auf1000,0 Sirup und setzt diesem 0,02 Kumarinzucker und 1,0 Jagminessenz zu.

Veilchen-Essenz, -Pomade, -Seife s. unter Iris.

II. Viola tricolor L. Heimisch in Europa. Stengel einfach oder ästig, nieder-liegend bis aufrecht. Untere Blätter herz-eiförmig, obere länglich-elliptisch bis lanzettlich.Nebenblätter leierfönnig-fiederspaltig.

Vai\ Vulgaris: Blumenblätter länger als der Kelch, die beiden oberen violett, diemittleren hellviolett, das untere gelb, zuweilen auch die mittleren gelb.

vai*. arvensis: Blumenblätter kürzer als der Kelch, gelblich-weiss, die unterendunkler, die beiden oberen oft theilweise violett.

Verwendung findet das blühende Kraut.

Herba Violae tricoloris (Germ. Helv. Austr.). Herba Jaceae. Herba Trinita-tis. Stiefmütterchen. Freisanikraut. Pensee sauvage (Gall.). Heartsease.Pansy.

Bestandtheile. Ein Glukosid: Violaquercitrin, C2,H, 0 0 14 , ferner Salicyl*sSniemethylester.

Einsammlung. Man sammelt im Sommer das wildwachsende, vom April bis inden Winter blühende Kraut ohne die Wurzel, trocknet und bewahrt es geschnitten auf.5 Th. frisches Kraut geben etwa 1 Th. trocknes. Die Sorte mit blauen Blüthen wird be-vorzugt. In Frankreich sind auch die Blüthen allein gebräuchlich.

Anwendung. Als sogenanntes Blutreinigungsmittel bei Hautkrankheiten derKinder, theils im Aufguss (1:10), theils zu Bädern.

Extractum Violae tricoloris. Weiches Extrakt, aus dem getrockneten Kraut durchDigestion mit 45 proc. Weingeist zu bereiten.

Ptisana de herba Violae. Tisane de pensöe sauvage (Gall.). 10,0 Kraut, 1000,0kochendes Wasser; nach Va Stunde durchseihen.

Sirupus Violae tricoloris. Sirop de pens6e sanvage (Gall.). Wie SirupusRhoeados Gall. (S. 558). Ex tempore: 5,0 Extracti Violae tricoloris, 95,0 SirupiSacchan.