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&—10 Jahren ebenfalls blühen. — Die Wurzeln sind gelblich, bis 30 cm laug, etwa3 mm diek.
Auf dem Querschnitt treunt eine braune Endodennis die schmale weisse Rinde vondem grauen, von Querschnitten der Gefässbündel gesprenkelten Kern. Die Endoderm«besteht aus einer Reihe einseitig schwach verdickter Zellen, diese Verdickung soll bei Istärker als bei II sein. In der Binde Bündel von Oxalatraphiden, dieselben spärlicher auchim centralen Parenchym. Die Gefässbündel, die die Rinde durchsetzen und zu den Blätterngehen, sind kollateral, diejenigen des Gentralcylinders koncentrisch. Von aussen ißt dasRhizom von einer sogen. Metadermis bedeckt, d. h. die äussersten Lagen des Rinden-parenehyms haben sich gebräunt und derartig verändert, dass sie sich in Schwefelsäurenicht mehr lösen. Kork fehlt.
Die Wurzeln haben den typischen Bau derjenigen monokotyler Pflanzen. Unter derEpidermis liegt ein einschichtiges Hypoderm, auf welches das breite Rindenparenchyin folgt.Die Endodermis besteht aus rings herum ziemlich stark verdickten Wänden, auf sie folgtdas radiale Bündel, das Centrum wird von sklerotischen Fasern eingenommen. Die in denWurzeln und im Rhizom vorhandene Stärke besteht aus einfachen, rundlichen oder zu-sammengesetzten Körnern, mit centralem Kern.
Das Pulver von I soll mit koncentrierter Schwefelsäure ziegelroth, das von II orange-roth werden.
Der bei der frischen Droge deutliche, an Knoblauch erinnernde Geruch verschwindetbeim Trocknen. Geschmack scharf und anhaltend bitter. Das Pulver reizt zum Niesen.
Bestandtheile. Alkaloide: Jervin C s6 H 8 ,N0 8 -\~ H,0 zu 0,13 Proe., wird mitSchwefelsäure und Rohrzucker blau; Rubijervin C^H^NO,, mit Phosphorsäure erwärmt,violett; Pseudojervin C m H 4 ,NO„ mit Schwefelsäure grün; Protoveratrin CjjH^NOh,mit Schwefelsäure grün, dann blau, endlich violett, am giftigsten; Protoveratridint-V^NO,, vielleicht Spaltungsprodukt des vorigen, mit Schwefelsäure violett, dann kirsch-roth; Veratralbin C 28 H al N0 6 , wohl nicht einheitlich; Veratroidin C ü4 H 3 ,NO„ ebenfallszweifelhaft. Ferner vielleicht ein bitterschmeckendes Glukosid Veratramarin. EndlichJervasäure, identisch mit Chelidonsäure, C,H 4 0 0 -H 2 0. (S. 515.)
Zur Bestimmung des Alkaloidgehaltes werden 10 g der gepulverten Drogemit 25 g Chloroform, 75 g Aether und 10 g Ammoniak (10 proc.) geschüttelt und überNacht stehen gelassen. Dann setzt man nochmals 5 g Ammoniak zu, schüttelt gut um undgiesst 50 g der klaren Lösung in einen Scheidetrichter ah. Die Lösung schüttelt mandreimal mit je 20 cem 1 proc. Salzsäure oder so lange aus, bis eine Probe derwässerigen Flüssigkeit mit MfiYER'schem Reagens keine Trübung mehr zeigt. Die wässe-rigen Flüssigkeiten giebt man in den Scheidetrichter zurück, macht ammoniakalisch undschüttelt mit einem Gemisch von 3 Vol. Chloroform und 1 Vol. Aether aus, bis einigeTropfen des Gemisches, verdunstet, mit 1 proc. Salzsäure aufgenommen, mit Meyer'-schem Reagens keine Trübung mehr geben. Die Chloroform-Aetherlösung giebt man inein gewogenes Kölbchen, destillirt die Flüssigkeit ab, trocknet den Rückstand zum konstantenGewicht. Der Rückstand x 20 = Alkaloidgehalt. Lawale fand 1,12—1,25 Proc, wonachman 1 Proc. für den zulässigen Mindestgehalt halten kann.
Verfälschungen der europäischen Droge sind vorgekommen mit dem Rhizomeiner Scitaminee, das viel kleiner ist als das von V. albnm und durch die Stärkekörner(vergl. z.B. Bandl, S. 297) charakterisirt ist, ferner mit dem vonABphodelus spec., wahr-scheinlich A. albus. Dieses Rhizom ist meist 4 cm lang, 1 cm dick, aufrecht, dunkelbraun,innen gelblich. Die Wurzeln sind an der Ansatzstelle knollig erweitert. Im Gewebe wiebei der echten Droge reichlich Raphiden, aber keine Stärke. Das Rhizom hat Kork. —Die amerikanische Droge wird verfälscht mit dem Rhizom von Symplocarpus foetidusNutt., dasselbe ist dicker wie das von V. viride, poröser, die Stärkekörner sind kleiner.
Einsammlung. Aufbewahrung. Beim Sammeln werden Stengel und Blättersoweit abgeschnitten, dass noch ein Schopf davon stehen bleibt, gewohnheitsmässig bis-weilen auch die Wurzeln entfernt, obwohl dieses nach dem Wortlaute der Arzneibücher,die das Rhizom mit den Wurzeln fordern, unzulässig ist. Man spaltet oder durchschneidetden Wurzelstock, trocknet und bringt ihn in der Reihe der vorsichtig aufzubewahrenden