Unguenta.
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Diejenigen Salben, welche nur aus Wachs oder Harz und Fett oder Oel bestehen,■aussen nach dem Zusammenschmelzen der einzelnen Bestandteile bis zum vollständigenErkalten fortwährend geTÜhrt werden. Wasserhaltige Zusätze werden den Salben währenddes Erkaltens unter Umrühren beigemischt. Sollen den Salben pulverförmige Körperhißzugesetzt werden, so müssen die letzteren als feinstes, wenu nöthig, geschlämmtesPulver zur Anwendung kommen und zuvor mit einer kleinen Menge des nötigenfallsetwas erwärmten Salbenkörpers gleichmässig verrieben sein.
Wasserlösliche Extrakte oder Salze sind vor der Mischung mit dem Salbeukörperm it wenig Wasser anzureiben oder in Wasser zu lösen, mit Ausnahme des Brechwein-B teins, welcher als feines, trockenes Pulver zugemischt werden muss.
Die Salben müssen eine gleichmässige Beschaffenheit haben und dürfen weder ranzigriechen, noch Schimmelbildung zeigen.
Die Bereitung der kleinen Mengen von Salben, wie sie in der Receptur verordnet"werden, erfolgt in Deutschland in PorcellanmöTsern undm it Hilfe dieser bietet z. B. das Peinreiben einer kleinenMenge einer pulverförmigen Substanz keine Schwierig-keiten. Für den Gebrauch im Laboratorium ist eineSalbenmühle ein unentbehrlicher Apparat. Man bedientsieh derselben nicht nur, um Salben mit pulverförmigenBeimischungen, z. B. Zinksalbe, Bleiweisssalbe u. a. zupräpariren, sondern man schickt zweckmässig durch die1 ocker gestellte Mühle alle Salben, welche Neigung habenstückig zu werden, also z. B. Wachssalbe, Paraffinsalbe.Man erhält auf diese Weise Salben von sonst unerreich-barer Gleichmässigkeit. Eine solche Mühle macht sich inkurzer Zeit bezahlt. Die nebenstehende Figur zeigt eine
a„,, , , _ -. Fig. 182. Salbenmulile von KoB. Liebau.
*«ibenmuhle von Eob. Liebau.
In den letzten 10 Jahren sind ausser den oben genannten Salbengrundlagen eineReihe anderer, zum Theil durch Fabriken, welche die Vorschriften geheim halten, in diaWelt gesetzt worden. Wir geben im Nachstehenden eine Zusammenstellung der wich-tigeren dieser modernen Salbengrundlagen.
Adipatum. Amerikanische Salbengrundlage aus 35 Th. Wollfett, 53 Tb.. Vaselin,7 Tb. Paraffin und 5 Th. Wasser.
Alligatorin. Das aus dem Fette des Alligator missisippiensis abgeschiedenei" ettsäuregemisch wird mit Baumwollsamenöl gemischt.
Cearin. Salbengrundlage von Issleib, aus 1 Th. Carnaubawachs, 3 Th. Ceresin und16 Th. flüssigem Paraffin. S. das Nähere Bd. I, S. 694.
Ceral. Ist das eingetragene Waaronzeichen für die ScHLEiCH'sche Wachspaste.s - Bd. I, S. 697.
Ceyssatite. Ist eine bei dem Dorfe Ceyssat gefundene fossile Pflanzenerde,welche bis zu 80°/ 0 Wasser aufnehmen und fest an der Haut heften soll. Nicht reizendeSalbengrundlage.
Epideriuin. Eine Salbengrundlage aus weissem Wachs, Wasser, arabischem Gummivund Glycerin). Kremel gab folgende Vorschrift: Man schmilzt 4,0 Cera flava, mischt■" Mucilago Gummi arabici hinzu, erwärmt von neuem bis zum Schmelzen und rührtalsdann bis zum Erkalten.
Gelanthnni. Hautlirniss aus gleichen Theilen Gelatine, Traganth, unter Zusatz dererforderlichen Menge einer Mischung von gleichen Theilen Glycerin und Rosenwasser, nebstetwas Thymol.
Gelatol. Salbengrundlage aus Oel, Glycerin, Gelatine und Wasser.
Hydrocerin. Ist Unguentum cerovaselinhydricum. Wasserhaltige Wachsvaseline.s albengrundlage und Massagemittel.
Hydrosterin. Wasserhaltige Stearinvaseline. Salbengrundlage und Massagemittel.
Mollin. Eine überfettete, Glycerin enthaltende weiche (Kali-)Seife als Salbengrund-ia ge benutzt. S. S. 842.
Mollisin. Mollosiu. Gemisch von 4 Th. Paraffinöl und 1 Tb. gelbem Wachs.Salbengrundlage. S. S. 561.