Terpinuni.
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Seiner Zusammensetzung nach ist das Terpinhydrat als mit 1 Mol. "Wasser krystalli-sirendes Terpin aufzufassen; seine Formel ist daher C 10 H 19 (OH) 2 . H 2 0. Das Terpin ist, wieobige Formel zeigt, ein zweiatomiger Alkohol. Kocht man Terpin (oder Terpinhydrat) mitverdünnten Säuren, so entstehen durch Abspaltung von 1 Mol. Wasser sauerstoffhaltigeKörper, und zwar Cineol und Terpineol, durch Abspaltung von 2 Mol. Wasser sauer*stofffreie Körper, nämlich die Terpene C 10 H 16) Dipenten, Terpinen und Terpineolen.
Prüfung. 1) Dem Terpinhydrat darf kein terpentinartiger Geruch anhaften, derdavon herrührt, dass zum Umkrystallisiren mit Terpentinöl denaturirter Spiritus verwandt"wurde. 2) Die heisse wässerige Lösung soll keine sauere Reaktion zeigen. In beidenFällen wäTe Umkrystallisiren aus heissem Alkohol zu empfehlen. 3) Bestimmung de3Schmelzpunktes zur Identificirung des Terpinhydrats. 4) Die heisse wässerige Lösungnimmt auf Zusatz von Schwefelsäure einen äusserst angenehmen, von dem gebildeten Ter-pineol herrührenden Fliedergeruch an (Identitätsreaktion).
Aufbeivahrung. In dicht geschlossenen Gefässen an einem kühlen Orte, umAbdunsten des Krystallwassers thunlichst zu vermeiden.
Anwendung. Terpinhydrat wird in manchen Fällen an Stelle des Terpentinöleszum innerlichen Gebrauch angewendet. Von Mahassb wird es gegen Keuchhusten inDosen von 0,5—1 g, täglich einmal zu nehmen, empfohlen.
II. Terpinolum. Terpinol (Gall.). Ist nicht zu verwechseln mit TeTpineol."Wird Terpinhydrat oder Terpin mit massig verdünnten Mineralsäuren gekocht, so
entsteht ein angenehm riechendes Oel, welches von Wiggebs für einen einheitlichen Körpergehalten und Terpinol C 20 H 34 0 genannt wurde. Seine Entstehung aus dem Terpin(hydrat)sollte nach folgender Gleichung vor sich gehen: 2 Ci 0 H 18 (0H) 2 = 3 H 2 0 -f C 20 H 34 O. "Wallachbat indessen gezeigt, dass dieses Oel ein Gemenge von Terpcnen mit sauerstoffhaltigenVerbindungen (Cineol und Terpineol) ist.
In der Regel wird es durch Destillation von 100 Th. Terpinhydrat mit 500 Th. einerlOproc. Schwefelsäure dargestellt. Das hierbei resultirende ölige Produkt, welches etwazwischen 160—220° C. übergeht, soll fraktionirt werden. Nur die bei 168° C. übergehen-den Antheile sollen als Terpineol aufgefangen werden. Sie bilden ein optisch inaktives,angenehm nach Hyacinthen riechendes Oel, welches in "Wasser nahezu unlöslich, leichtlöslich dagegen in Alkohol und in Aether ist. Das spec. Gewicht beträgt 0,852 bei 15° C.Nach "Wallach ist Terpinol ein Gemenge von mehreren verschiedenen Körper; nämlichdem (sauerstoffhaltigen) Terpineol C 10 H 18 O und drei (sauerstofffreien) Terpenen C 10 H 14 :TeTpinen, Terpinolen und Dipenten. Für die Mengenverhältnisse, in denen die einzelnenSubstanzen sich bilden, ist die Koncentration und die Natur der gewählten Säure nichtgleichgültig. Bei einer Verdünnung der Schwefelsäure mit Wasser im Verhältniss von 1: 2"werden relativ viel Terpineol, Terpinolen und Dipenten erhalten, mit sehr verdünnterSäure (1:7) dagegen bildet sich vorwiegend Terpinen. Es wäre daher für die therapeu-tische Verwendung des Präparates erwünscht, zunächst eine bindende Vorschrift auszu-arbeiten, welche die Erlangung eines konstanten Präparates gewährleistet.
Anwendung. Das Terpinol wird namentlich von Güelpa und Moera als ein dieSchleimhaut der Bronchien anregendes Mittel empfohlen, doch sind die Ansichten überseine Wirkungen noch getheilt. — Es gehört zu den ziemlich indifferenten Mitteln, istauf die Harnwege ohne besondere Einwirkung. Da es durch die Lungen ausgeschieden"wird, so wendet man es an, um auf die Schleimhaut der Luftwege einzuwirken. Mangiebt es zur Vermehrung der Sekretion und zur Erleichterung der Hustenanfälle bei Bron-chialkatarihen zu 0,5—1,0 g pro die in Kapseln. Grössere Gaben stören die Verdauung.— Das Terpineol dient ausserdem zur künstlichen Nachbildung des Flieder-Parfüms.
Aufbewahrung. In gut verschlossenen Gefässen, vor Licht geschützt, nmVerharzen zu vermeiden, wie ein ätherisches Oel.
III. Terebenum. (Brit. Ergänzb. U-St.). Tereben. Wurde früher für eine ein-heitliche Verbindung und zwar für die optisch inaktive Modifikation der Terpene gehalten.Es ist inzwischen nachgewiesen, dass auch das Tereben ein Gemisch verschiedener Körper ist.