Ruscus.
Ruta.
761
Extractuin Rumicis fluidum (U-St). Fluid Extract of Rumex. Aus gepulverterWurzel (No. 40) wie Extr. Gentian. fluid. U-St. (Bd. I, S. 1213).
Ptisana Rumicis. Tisane de patience (Qall.). Aus 20 g Wurzel und 1000 gsiedendem Wasser durch 2 stündiges Ausziehen.
III. Rumex AcetOSa L. Verbreitung wie I. und II., auch als Geintise gebaut.Stengel beblättert. Blätter pfeil- oder spiessförmig, aderig, Nebenblätter geschlitzt-gezähnt.Blüthen zweihäusig. Innere Zipfel der Fruchthülle rundlich-herzförmig, häutig, ganzrandig,am Grunde mit einer herabgezogenen Schuppe. Die Wurzel als Racine d'oseille communeund das frische Kraut in Gall. officinell. Früher anch anderwärts als Radix Acetosnoim Gebrauch. Verwendung- gegen Hautkrankheiten wie I. . und II.
IV. Rumex SCUtatUS L und R. Patientia L. werden ebenfalls als Gemüse ge-baut. Die letztere und R. alpinilS L. lieferte früher Radix Rhei Monachorum.
V. Rumex hymenosepalUS L „Canaigre". Heimisch in den südlichen Ver-einigten Staaten, hat knollig angeschwollene Wurzeln, die trocken bis 38,4 Proe. Gerb-stoff enthalten. Die Pflanze wird als werthvolles Gerbematerial kultiyirt.
Ruscus.
Gattung der Liliaceae — Asparagoideae — Asparagenc.
I. RUSCUS aCUleatUS L. Heimisch im Mittelmeergebiet, Frankreich, Belgien,England. Halbstrauch mit blattartig verbreiterten, stachelspitzigen Zweigen (Cladodien),die auf der Unterseite die kleinen diöcischen Blüthen meist zu zweien in der Achseltrockenhäutiger Schuppen tragen. Die Wurzel var früher als Radix Rusci seu Brusciin Verwendung, Souche de Petit Honx ou Fragon epineux (Gall.). In Frankreichwurde sie als Verfälschung der Senega beobachtet.
II. RUSCUS Hypophyllum L und R. HypoglOSSUm Lam. lieferten früher HorbaUvulariae 8. Bonifacii s. Bilinguae 8. Lauri alexandrini.
Ruta.
Gattung der Rutaceae — Rutoldeae — Ruteae — Rutinae.
I. Ruta graveoletlS L. Von Griechenland bis Frankreich verbreitet, vielfach inGärten angepflanzt. Bis 1 m hoher, graugrün bereifter Halbstrauch mit 2—3 fach fieder-theiligen, durchscheinend punktirten Blättern, deren Endlappen spateiförmig, ganzrandig oderschwach gekerbt sind. Tragblätter lanzettlich. Die gelben Blüthen vierzählig, nur dieEndblüthe fünfzählig. Kelch tief getheilt, die Abschnitte spitz und drüsig gezahnt, dieKronblätter am Rande gezähnt. Man verwendet theils die Blätter, theils das ganzeblühende Kraut:
Folia Rntae (Ergänzb.). Herta Rutae (Helv.). Herba Rutae hortensis. —Rautenblätter. Raute. Gartenraute. Weinraute (nach Kneipp). — Herbe (plantefieurie) de rue (Gall.). — Rue Leaves.
Beschreibung. Blätter völlig kahl. Epidermiszellen beiderseits wellig, oberseitsmit wenig, unterseits mit zahlreichen Spaltöffnungen. Die über den reichlich im Mesophyllvorhandenen schizolysigenen Oelbehältern befindlichen Epidermiszellen sind kleiner als dieübrigen. Stomatien tief in die Epidermis versenkt.
Bestandtheile. Aetherisches Oel vergl. unten. Rutin C 42 H 60 0 35 , ein GIu-kosid, das dem Quereitrin sehr nahe steht.
Einsammlung, Aufbewahrung. Man sammelt nach Ergänzb. und Helv. nurdie Blätter im Mai und Juni vor dem Aufblühen, nach Gall. das ganze blühende Kraut