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Rubia.
niedrigung des specifischen Gewichts, und kehren, falls französisches Terpentinöl ver-wendet wurde, die ursprüngliche Rechtsdrehung in Linksdrehung um. Kleine Zusätze vonfranzösischem Terpentinöl, die das specifische Gewicht nicht unter 0,900 herabsetze»und die Drehung nicht umkehren, erkennt man auf folgende Weise. Man destillirt von50 ccm des Oeles langsam 5 ccm ab und prüft das Destillat im Polarisationsapparat; diesesist bei reinen Oelen stets rechtsdrehend, während die zuerst übergehenden zehn Procenteines mit französischem Terpentinöl verfälschten Oeles den polarisirten Lichtstrahl nachlinks ablenken.
Rubia.
Gattung der Rubiaceae — Coffeoideae — Psychotriinae — Galieae.
I. Rubia tinctorum L. Heimisch in Südeuropa, früher in Frankreich undDeutschland zur Gewinnung des Farbstoffes vielfach angebaut, Ausdauerndes Kraut mitschlaffen Stengeln, die ebenso wie die Blätter an den Kanten rauh sind. Blätter lanzett-lich, dreinervig. Blüthen gelblichgrün. Früchte schwarz. Verwendung findet die Wurzel.
Radix Rubiae. Radix Alizari. Radix Rubiae tinctorum. — Krappwurzel.Röthe. Färberröthe. — Racine de garance (Gall.). — Root of Madder. Boot ofGround-Madder.
Beschreibung. Die Wurzel besteht aus verschieden langen, höchstens klein-fingerdicken, gekrümmten Stücken, die mit braunem, leicht abblätterndem Korke bedecktsind. Rinde schmal, rothbraun, Holzkörper orange oder ziegelroth, porös, nicht radialgestreift. Sklerotische Elemente fehlen der Wurzel, in der Rinde Oxalatnadeln. Mark-strahlen sind nicht deutlich zu erkennen.
Bestandtheile. Einige Glukoside, von denen die Ruberythrinsäure C^H^Otgenau bekannt ist, und die bei der Spaltung mit dem in der Wurzel vorhandenen stick-stoffhaltigen Ferment Erythrozym Farbstoffe liefern, die sämmtlich Hydroxylabköinm-linge der Anthrachinone sind: Alizarin (Dioxyanthrachiuon) C 14 H 6 O s (OH) a , Xan-thopurpurin, dem Alizarin isomer. Ferner enthält die Droge PseudopurpurinC 14 H 4 0,(0H) 3 C00H, das unter Abspaltung von Kohlensäure Purpurin Ci 4 H B 0 2 (OH) 3(Trioxyanthrachinon) liefert und Rubiadinglnkosid C 81 H 20 O,, das bei der HydrolyseRubiadin C 16 H 10 0 4 liefert.
Anwendung. Die Wurzel wurde früher bei Englischer Krankheit gebraucht, istjetzt aber veraltet; bei längerem innerlichem Gebrauch färbt sie die Knochen roth. Diedünnere, gerbstoffreichere Wurzel wird für Arzneizwecke, die dickere, farbstoffreichere inder Färberei bevorzugt. Sie dient hier zur Erzeugung der als Türkischroth bekannten wasch-echten und lichtbeständigen Farbe; das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass diemit Oelbeizen vorbereiteten Gewebe nach einander in die Farbstoffbrühe, hierauf in Seifen-lösung, endlich in ein Bad von Zinnchlorür kommen. Seit der Fabrikation des künstlichenAlizarins hat aber diese Verwendung fast aufgehört.
Extractum Rubiae tinctorum. Wie Extractum Oascarillae Germ. (Bd. I,S. 670).
Tinctura Rubiae tinctorum. Krapptinktur. Aus 1 Th. Krappwurzel und5 Th. verdünntem Weingeist. Dient zur Unterscheidung des Baumwollengewebes, dasdavon gelb, von Leinengewebe, das davon Orangeroth gefärbt wird.
II. Aehnliche oder dieselben Farbstoffe enthalten Rubia SikkimensiS Kurz, R.
peregrina L, R. Munjista Roxb., R. cordata Thbg., R. chilensis Mol., RRelbun Cham, et Schltdl., R. hypocarpia DC.