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2 (1920)
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727
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I

Bhainnus.

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Einsammlung und Anwendung. Die reifen Früchte werden im Septembernnd Oktober gesammelt, und entweder sofort zum Sirup etc. verarbeitet, oder getrocknet.Die getrockneten Beeren sind nur noch ein Gegenstand des Handverkaufs; sie dienen alsmildes Abführmittel.

Aus den nicht ganz reifen Früchten wirdSaftgrün oder Blasengrün" (Succus▼iridis) gemacht.

Sirupus Rhamni catharticae (Germ. Helv.). Sirupus Spinae cervinae. Siru-pus domesticus. Krenzdornbeerensirup. Sirop de nerprtm (Gall.). Sirup of buek-thorn. Germ.: Aus frischen Beeren wie Sir. Cerasorum Germ. (Bd. I, S. 698). 100 Tb.Beeren geben 110120 Th. Sirup. Helv.: Wie Sir. Mori Helv. (S. 406). Gall.:Gleiche Gewichtstheile Succus Rhamni und Zucker kocht man bis zum spec. Gew. von1,27 und seiht durch. Nat. form.: 450 cem des ausgegohrenen Saftes kocht man mit800 g Zucker auf und bringt nach dem Erkalten mit q. s Saft auf 1000 ccm. Einviolettrother Sirup, der als mildes Abführmittel gebraucht wird. Esslöffelweise, Kinderntheelöffelweise.

Sirupus Rhamni compositus. 85 Sirup. Rhamni cathart., je 5 Sirup. Anisi,Cinnamomi, Zingiberis.

Succus Rhamni. Succus e fructu Rhamni. Suc de nerprun (Gall.). Manlasst die zerquetschten Früchte vergähren, presst aus und filtrirt den Saft.

Succus Rhamni catharticae inspissatus. Roob Spinae cervinae. Kreuzheer-saft. Kreuzbeersalse. 10 Th. frische Beeren erhitzt man eine Stunde im Wasserbade,presst aus, zieht den Rückstand nochmals mit 5 Th. Wasser aus, seiht die Pressflüssigkeitdurch und dampft zur Muskonsistenz ein. Ausbeute 1213 Proc.

Succus viridis. Saftgrün. Blasengrün. Tert de vessie. Ausgegohrener Kreuz-beersaft wird mit kleinen Mengen Alaun und Pottasche zum Mus eingedampft und inThierblasen, die man in Rauchfängen aufhängt, völlig ausgetrocknet.

II. Ebenfalls als Abführmittel benutzt man die Früchte von RhamnUS dahliricaPall. in Indien und von Rh. japonica Maxim, in Japan. Die Früchte von Rh. Hum-boldtiana Römer et Schulte in Mexiko sollen ähnlich wie Curare wirken.

III. Die Früchte mehrerer Arten verwendet man zum Färben, so liefert RhamnilSinfectoria L. die sogen. Avignonkörner oder persischen Gelbbeeren, Rh.SaxatillS L. die ungarischen und französischen Gelbbeeren.

IV. RhamnilS Plirshlana D. C. Heimisch in Nordamerika in den Rocky Moun-tains. Liefert:

Cortex Rhamni Purshianae (Ergänzb. Helv. Austr.). Cortex Rhamni aineri-canae. Cascara Sagrada (Brit.). Rhamnus Purshiana (U-St.). AmerikanischeFaulbaum- oder Kreuzdornrinde. Ecorce de Cascara sagrada (Gall. Suppl.). tlcorcesacr^e. Sacred bark.

Beschreibung. Die Rinde bildet rinnige oder röhrenförmige Stücke, die mitdünnem grauem oder braunem Kork bedeckt sind, zuweilen sind Lenticellen vorhanden.Innen ist sie gelb, bei langer Aufbewahrung braun und bricht kurz und kurzfaserig. DerBau ist dem der Cortex Frangulae (Bd. I, S. 1179) gleich, doch lässt die primäre RindeGruppen stark verdickter, poröser Steinzellen erkennen.

Bestandtheile. Soviel wir wissen, dieselben wie in Cortex Frangulae. Aweng(1899) hat Chrysophansäure und Emodin aufgefunden, beide in Benzol löslich; fernerwenig Pseudofrangulin und in grösserer Menge ein bei der Hydrolyse Frangula-rhamnetin lieferndes Glukosid, beide in Benzol und absolutem Alkohol löslich, und end-lich, in 60proc. Alkohol löslich, ein dem Frangularhamnin gleichendes Glukosid.

Substitutionen. An Stelle der Rinde von Rhamnus Purshiana sollen zuweilendie Rinden von Rhamnus californica Eschsch. und Rhamnus crocea Nutt.in den Handel kommen. Die Rinde der letztgenannten Art giebt einen dunkelgelbenAufguss.

Anwendung. Obwohl die Arzneibücher es nicht ausdrücklich vorschreiben, ist esauch hier aus den bei Cortex Frangulae angegebenen Gründen (s. Bd. I, S. 1180) geboten,die Binde erst nach wenigstens einjähriger Aufbewahrung in Gebrauch zu nehmen.(Caesar & Loretz in Halle halten sogar 10jährige Rinden auf Lager.) Wie jene, dient