Paraffinum.
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1) Konc. Schwefelsaure soll das Papaverin ohne Färbung auflösen; beim Erwärmender farblosen Lösung tritt dunkelviolette Färbung ein. Die Präparate des Handels gebenaber mit konc. Schwefelsäure schon in der Kälte blauviolette bis violette Lösungen.2) Fröhdb's Reagens löst in der Kälte mit grüner Färbung; diese gehtbeim Erwärmen nacheinander in Blau, Violett und Kirsclvroth über. 3) Man-delin'b Reagens (vanadinhaltige Schwefelsäure) färbt blaugrün und grün.4) Konc. Salpetersäure löst mit dunkelrother Farbe. 5) Erdmann'sReagens löst mit dunkelrother Farbe. 6) Ohlorwasser löst mit grün-licher Färbung. Auf Zusatz von Ammoniak tritt rothbraune, nach längererZeit schwarzbraune Färbung ein. 7) Kaliumferricyanid scheidet das Papa-verin aus seinen möglichst wenig freie Säure enthaltenden Lösungen als un-lösliches Ferricyanid aus; die Fällung ist nach ca. 24 Stunden quantitativ.Aufbewahrung. In der Reihe der starkwirkenden ArzneimittelAnwendung. Papaverin wirkt beruhigend und soll in Gaben von0,1—0,35 g auch schlaf erregend wirken, was indessen von anderer Seitein Frage gestellt wird. Höchstgaben pro dosi 0,1 g, pro die 0,4 g.II. f Papaverlnum hydrocliloricum. Salzsaures Papaverin. C 20 H 2l 5O.i. HCl.5Jol. Gew. = 375,5. Wird durch Auflösen von reinem Papaverin in verdünnter Salzsäureund Eindunsten der Lösung über Schwefelsäure dargestellt. — Farblose, rhombischeNadeln, leicht löslich in heissem Wasser, weniger leicht löslich in kaltem Wasser. Wirktberuhigend auf die Darmbewegungen und wird deshalb bei Diarrhöen, besonders derKindeT, gegeben. Dosis: dTei- bis viermal täglich 0,005—0,05 g. Kindern von 2 Jahrenz - B. 0,025 g.
w
OH c - CH,\ /
A
c H a CH SPapaverin.
Paraffinum.
In der Gross-Technik versteht man unter „Paraffin" aus Kohlenwasserstoffen be-stehende Substanzen, welche aus Rohprodukten durch Destillation (!) gewonnen werdenund entweder amorph oder von grossblätteriger Struktur und mehr oder weniger durch-scheinend sind. Im Handel wirft man unter der Bezeichnung Paraffin mehrere Substanzendurcheinander.
I. Paraffinum liquidum (Genn. Brit.). Petrolatum liquidum (U-St.). FlüssigesParaffin. Paraffln-Oel. Huile de paraffine. BlancoUn. Eine aus Petroleum durchfraktionirte Destillation und Reinigung der betreffenden Fraktionen erhaltene ölartigeFlüssigkeit Das aus Braunkohlentheer gewonnene flüssige Paraffin ist häufigschwefelhaltig.
Eigenschaften. Farblose, klare, nicht fluorescirende, ölartige Flüssigkeit ohneGeruch und Geschmack, vom spec. Gew. mindestens 0,880 (Germ.), nach Brit. 0,885—0,890,nach U-St. etwa 0,875—0,945, bei 360° C. noch nicht zum Sieden gelangend (Germ, undBrit.). Sehr schwer löslich in absolutem oder in 90proc. Alkohol, klar mischbar mit AetheT,Amylalkohol, Chloroform, Benzol, Petroleumhenzin, Schwefelkohlenstoff. Setzt bei 0° bis— 2° C. noch keine Krystalle ab. Besteht aus Kohlenwasserstoffen, die je nach dem be-nutzten Ausgangsmaterial verschieden konstituirt sind.
Prüfung. 1) Man achte darauf, dass das flüssige Paraffin klar, blank und farblosrat: diese Prüfung nimmt man in grösseren Cylindern aus Krystallglas vor und zwar im»ergleich mit Standard-Mustern. 2) Werden 3 ccm flüssiges Paraffin in einem zuvot mitWarmer Schwefelsäure ausgespülten Glase mit 3 ccm Schwefelsäure unter öfterem Durch-schütteln 10 Minuten auf dem Wasserbade erhitzt, so darf das Paraffin nicht verändert"nd die Säure nur leicht gebräunt werden. (Fremde Bestandtheile, die nicht partima ffinis sind.) 3) Kocht man 10 ccm flüssiges Paraffin mit 10 ccm Weingeist, so darf dieweingeistige Schicht blaues Lackmuspapier nicht röthen. (Schwefelsäure, organisches äure). Tritt eine deutliche Röthung ein, so bestimmt man die Säurezahl nach S. 506.