Papaver.
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und
Papaver.
Gattung der Papaveraceae — Papaveroideae.
I. Papaver Somniferum L. Durch Kultur aus dem im Mittelmeergebiet hei-mischen Papaver setigerum D. C. entstanden. In zahlreichen Formen zur Opium- undOelgewinnung sowie als Zierpflanze kultivirt. Einjährig, kahl, blaugrün bereift. Blätterungleich eingeschnitten-gcsägt, sitzend. Die oberen stengelumfassend. Blüthenstiele abstehendbehaart. Blüthen weiss, violett oder roth, an der Basis dunkler, selten heller. Staubblätterzahlreich. Kapsel vergl. 2. Verwendung finden:
1) Das aus der unreifen Kapsel gewonnene Opium (vergl. dort).
2) Die unreifen Kapseln selbst:
Fructus Papaveris (Austr.). Fructus Papaveris inimaturi (Germ. Helv.). Papa-Te ris Capsulae (Brit.). Capita Papaveris. Codia. — Mohnfrüchte. Unreife Mohn-*öpfe. Mohnkapseln. Mohnkolben. Mohnkannen (Schlafthee). — Capsule de pavotblaue ou offtcinal (Gall.). Tetes de pavot. — Poppy Capsules. Poppy Heads.
Beschreibung. Die kuglige oder ovale Kapsel setzt sich aus bis 15 Karpellenzusammen, deren zusammengewachsene Ränder mit den Placenten nach innen mehr oderweniger weit vorspringen; nach unten ist die Kapsel fast immer kurz gestielt, oben trägt8 ie die breite Narbenscheibe mit den Narbenstrahlen, deren Anzahl der der Karpelle ent-spricht. Ueber die Epidermis der Frucht vergl. Opium S. 514 Fig. 59. Im Gewebe einKranz von kräftigen Gefässbündeln, deren Zahl der der Placenten entspricht; ihnen vor-gelagert in einem unregelmässigen Halbkreis eine Gruppe von gegliederten Milchröhren,deren Inhalt das Opium ist. Ausserhalb dieses Kranzes noch zahlreiche kleinere, unregel-massig verlaufende Gefässbündel. Bei der wilden Form (P. setigerum) und der mit violettenBlüthen und dunklen Samen öffnet sich die Kapsel mit einer der Anzahl der Karpellee itsprechenden Zahl kleiner Klappen. Die Formen mit weissen Blüthen und weissen Samens Pringen nicht auf, doch finden sich auch Zwischenformen. Form und Grösse der Kapseln81 ud abhängig von der Form, von der sie gesammelt werden. Frisch riechen sie narkotischlad schmecken bitter, beim Trocknen verliert sich der Geruch völlig, und der Geschmackwird viel schwächer.
Bestandtheile. Höchstens 0,12 Proc. Opiumalkaloide, davon 0,03 Proc. Mor-phin, 0,04 Proc. Narkotin. Asche 14,28 Proc. Der Alkaloidgehalt ist am höchstenunmittelbar nach dem Abfallen der Blumenblätter und nimmt beim Reifen ab, so dassganz reife Kapseln gar keine Alkaloide mehr enthalten sollen.
Einsammlung und Aufbewahrung. Man sammelt die Mohnfrüchte im Julinach dem Abfallen der Blumenblätter, trocknet sie, nachdem man sie gespalten und diejungen Samen entfernt hat, an einem luftigen, schattigen Orte, zuletzt bei gelinder Wärme,schneidet und bewahrt sie auf der Materialkammer auf. 100 Tb., frische geben 14 Th. trockne.
Kauft man die Mohnköpfe vom Drogisten, bo ist darauf zu achten, dass man auchwirklich solche erhält, die in unreifem Zustande gesammelt sind; als bestes Kennzeichenaatür gilt ein bräunlich glänzender Ueberzug auf der Schnittfläche der Kapsel und desovieles, entstanden durch Eintrocknen des beim Schneiden ausgetretenen Saftes. Bei reifenkapseln fehlt derselbe.
Unreife Mohnköpfe dürfen im Geltungsbereiche der Austr. und Germ, im Handver-aui nicht abgegeben werden. Kach Gall. sind sie jährlich zu erneuern.
Anwendung. Aeusserlich zu schmerzlindernden Umschlägen, hauptsächlich aberz ur Bereitung des Mohnsirups. Die innerliche Anwendung der Abkochung als Beruhigungs-mittel für kleine Kinder ist ein ebenso verwerflicher wie gefährlicher Missbrauch, da er°ft genug den Anlass zu einem frühzeitigen Tode gegeben hat. Das Verbot der Abgabeol "ie ärztliche Verordnung ist deshalb vollkommen berechtigt, dagegen dürfte die Abgabereifei Kapseln keinem Bedenken unterliegen (vergl. Bestandtheile).
In Deutschland dem freien Verkehr entzogen.