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Myrrha.
Myrrha.
Myrrha (Anstr. Brit. Genn. Helv. U-St.). Gnmmi-resina Myrrha. Gmnnii Myrrha.Myrrha Tcra. — Myrrhe. Echte Myrrhe. Ilerabol-Myrrha. Männliche Myrrhe.Myrrhcngummi. Rothe Myrrhen. — Myrrhe (Gall.). — Myrrh.
Abstammung und Beschreibung. Die Myrrhe wird im südwestlichen Arabienund den gegenüberliegenden Gegenden Afrikas im Gebiete der Somalis gesammelt undnach Aden gebracht, von wo sie entweder direkt, oder über Indien (Bombay) nach Europagelangt. Sie stammt von mehreren Arten der Gattung Commiphora (Familie der Bm-seraccae). Nach Sciiwejotubth nimmt man als Stammpflanze in erster Linie an Commi-phora abySSinica Engler, heimisch im südlichen Arabien und in Abyssinien, in zweiterCommiphora Schimperi Engler, ebenfalls in Arabien und Abyssinien. Neuerdings ist,anscheinend ohne ausreichenden Grund diese Ableitung bestritten und als StammpflanzeCommiphora Myrrha Engler angenommen worden.
Die Droge bildet rundliche oder unrcgelmässige Körner oder löcherige Massen biszu Faustgrösse. Die Farbe schwankt zwischen gelbroth und brauD, innen sind die Stückeoft weit heller, fast weiss, zuweilen geschichtet oder mit in eine hellere Grundmasse ein-gesprengten dunkleren Partikeln. Die Oberfläche ist matt. Zuweilen vorkommende glänzendeMyrrha scheint mit Alkohol abgespült zu sein. Der Geruch ist schwach, aber angenehmaromatisch, der Geschmack bitter und kratzend. Klebt beim Kauen an den Zähnen. Alkohollöst etwa 30 Theile. Schüttelt man 1 g gepulverte Myrrhe mit 2—3 g Aether, filtrirtund lässt zu dem hellen Filtrat Bromdampf treten, so färbt es sich rothviolett (Germ. IV.).Diese Reaktion kommt dem ätherischen Oel zu. (Bonastee's Reaktion.)
Bestandthelle. Bis 59 Proc. Gummi (C 6 H 10 O 6 )x. Ein Gemenge verschiedenerHarze: nämlich ein indifferentes Harz, ein in Alkohol und Aether lösliches Weichharz
CH^O^OH),
und zwei zweibasisebe Harzsäuren C 13 H 16 0 8
und Co.H^oO,,. Endlich
7—8 Proc. Aetherisches Oel. Germ, und Helv. lassen einen Aschengehalt von höch-stens 6 Proe. zu. Gute Myrrhe gab 3,3 Proe.
Verfälschungen sollen vorkommen mit Myrrhe, die man mit Alkohol extrahirthat, die also im Wesentlichen nur noch aus in Alkohol unlöslichem Gummi besteht, Bdel-lium (vergl. Band I. S. 1271), Gummi (vergl. Band I. S. 1267), Bisabol-Jlyrrha, wahr-scheinlich von Commiphora erythrea Engl, stammend, die die oben erwähnte Reaktionmit Bromdampf nicht giebt. Dagegen geben 6 Tropfen eines Petrolätherauszuges (1:15)mit 3 cem Eisessig gemischt und mit 3 com koncentrirter Schwefelsäure geschichtet, ander Berührungsstelle eine schöne rosenrothe Zone, nach kurzer Zeit wird die ganze Eis-essigschicht rosa.
Zur Beurtheilung wichtig ist die Bestimmung der Säurezahl, Esterzahl undVerseifungszahl nach K. Dietebich.
a) Zur Bestimmung der Säurezahl übergiesst man 1 g einer möglichst fein zer-riebenen Durchschnittsprobe mit 30 cem Wasser und erwärmt l /i Stunde am Rückfluss-kühler. Dann setzt man 50 cem Alkohol zu und erwärmt weiter l /a Stunde am Rück-flusskühler. Nachdem die Flüssigkeit erkaltet ist, titrirt man mit Phenolphthalein und */ 2 N.-Kalilauge zur Rothfärbung. Die verbrauchten cem Lauge X 28,08 = Säurezahl. K. Dietebichfand 20,06.
b) Verseifungszahl. Man übergiesst ebenfalls 1 g mit 30 com Wasser, lässt>/ 2 Stunde stehen und fügt dann 25 cem r / 2 N.-Kalilauge zu. Dann erhitzt man l \ % Stundeim Dampfbad mit Rückflusskühler, lässt erkalten, verdünnt mit Alkohol und titrirt wie a.Die verbrauchten cem Lauge x 28,08 = Verseifungszahl. K. Dieterich fand 145,60.
c) Esterzahl durch Subtraktion von a und b. K. Dieteeich fand 125,54.Einkauf. Der Apotheker sollte nur die als „electa" bezeichnete Handelswaare
kaufen, keinesfalls aber die Myrrha contusa pro tinetura. Abgesehen davon, dass Ver-fälschungen mit fremden Gummiarten hierin kaum nachweisbar sind, geht schon aus demPreise hervoT, dass dazu nicht die beste Myrrhe verarbeitet wird. Beim Einkauf durchmustertman die ganze Sendung, scheidet auffallend dunkle oder sonstwie abweichende Stücke ausund prüft sie auf Identität. Bestehen sie die BoNASTBE'sche Reaktion nicht, so werden