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Microscopii aäjunienia.
Lösungen wirken stark lösend, stellen aber die ursprüngliche Form der zusammengefallenenZellen nicht wieder her; dazu verwendet man Natronlauge, da diese aber auf Zell wändestark quellend wirkt, ist für die meisten Zwecke alkoholische Natronlauge vorzu-ziehen. Zur Entfernung von Fett (z. B. in Samen) unter möglichster Schonung allerübrigen Bestandteile, zieht man die Schnitte mit Aether, Benzol etc. aus. Das gilt auchfür die Untersuchung von Pulvern. Zur raschen Entfernung störender Stärke in einemSchnitt legt man denselben in einen Tropfen koncentrirte Salzsäure, die aber natürlichauch anderweitig stark lösend wirkt (z. B. Kalksalze). (Vergl. auch unten.)
Untersuchung der Zellwände.
1. Bestehen dieselben nur aus Cellulose, so werden sie mit Jod und Schwefelsäureschön blau. Man legt den Schnitt einige Minuten in Jodlösung (Band I, S. 1287), saugtdann die Flüssigkeit mit Filtrirpapier möglichst vollständig ab und lässt, nachdem dasDeckgläschen aufgelegt und das Präparat unter das Mikroskop gelegt ist, vom Bandeeinen Tropfen koncentrirte Schwefelsäure zufliessen. Cellulose wird schön blau, löst sichaber meist schnell. Nicht stark lösend wirkt die nach v. Höhnel verdünnte Schwefelsäure(Band I, S. 1237 Fussnote). Um mit einer Flüssigkeit auszukommen, legt man auch dieSchnitte in Chlorzinkjod (25 Chlorzink und 8 Jodkalium werden in 8,5 Wasser gelöstund Jod bis zur Sättigung zugegeben), die Färbung ist nicht rein blau, sondern violettund tritt oft langsam ein.
Cellulosemembranen werden von Kupferoxydammoniak (Band I, S. 1238) gelöst,
2. Verholzte Zellwände werden von den genannten Jodreagentien gelb bis braungefärbt. Phloroglucin und koncentrirte Salzsäure färbt sie schön roth. (Manverwendet eine Lösung von Phloroglucin in der Säure, die aber bald verdirbt, oder giebteinige Kryställchen Phl. auf das Präparat und einen Tropfen der Säure.) — Kupferoxyd-ammoniak löst nicht.
3. Verkorkte Membranen und die Cuticula. Mit Jodreagentien und Kupfer-oxydammoniak wie 2. Chlorophyll in möglichst koncentrirter alkoholischer Lösung färbtgrün, man lässt 1 j i Stunde oder länger im Dunkeln einwirken.
Am besten ist koncentrirte ChTomsäurelösung, die Cellulose zuerst, dann ver-holzte Membranen und verkorkte gar nicht oder erst nach längerer Zeit löst.
Untersuchung der Inhaltsbestandtheile.
1. Protoplasma. Die zahlreichen Methoden zum Studium desselben sind meistfür den Pharmakognosten wenig werthvoll, da er es immer mit dem todten und durchEintrocknen stark veränderten Protoplasten zu thun hat. Er wird durch Jodreagentiengelb bis braun gefärbt und nimmt auch sonst reichlich Farbstoffe auf. Dasselbe gilt auchfür den Zellkern, der Farbstoffe noch reichlicher speichert wie das Plasma, so Jod,Borax-Carmin (4 Borax und 2—3 Carmin werden in 93 Wasser gelöst, dann 100 70proc.Alkohol zugegeben und fiitrirt), Delafield's Hämatoxylin (4 Hämatoxylin werdenin 26 Alkohol gelöst, 400 einer koncentrirten Lösung von Ammonalaun zugegeben, 3—4Tage am Lichte stehen gelassen, dann fiitrirt, 100 Glycerin und 100 Methylalkohol zugegebenund wieder einige Tage stehen gelassen und fiitrirt).
2. Pflanzenschleim, in Wasser löslich oder doch stark darin aufquellend (vergl.Beobachtungsflüssigkeiten), der so behandelte Schleim zeigt häufig Schichtung. Mit Jod-reagentien farblos oder gelblich oder violett, im ersteren Fall echter Schleim, im letzterenCelluloseschleim.
3. Stärke wird mit Jodreagentien blau oder violett, in seltenen Fällen mehr röthlich(Amylodextrin); man verwendet am besten Jodwasser, da viel Jod enthaltende Lösungenleicht so stark färben, dass die dann schwarzen Körnchen mit anderen dunkelgefärbtenIuhaltsbestandtheilen verwechselt werden können. (Vergl. Band I, S. 293.)
4. Inulin, z. B. in Compositen und Violaceen, bildet in trocknen Drogen strukturloseKlumpen. Legt man frische Pflanzentheile (Dahliaknollen) in Alkohol, so erhält man es in