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366 Mel.
Beurtheihmg. 1) Unverfälschter Honig enthält höchstens 25 Proc, in der Begelsogar noch weniger Wasser. 2) Die Menge der Mineralstoffe beträgt 0,1—0,8 Proe.Werden erheblicher weniger Mineralstoffe gefunden und ist Phosphorsäure nicht in deut-licher Menge vorhanden, so liegt wahrscheinlich ein Zusatz von reinen IndustriezuckernTor. Ist die Menge der Mineralstoffe erheblich grösser und Chlor, Schwefelsäure oder Kalkdeutlich vorhanden, so muss auf die Anwesenheit von Stärkezucker gefahndet werden.3) Die wässerige Lösung normalen Honigs dreht deutlich links. Nimmt die Linksdrehungnach der Inversion zu, so wird dies durch die Inversion vorhandenen Rohrzuckers bedingt.Dreht die wässerige Lösung schwach rechts, so kann dies durch einen Gehalt von Bohr-zucker bedingt sein, in diesem Falle geht die Rechtsdrehung nach der Inversion in Links-drehung über. Es ist ferner zu beachten, dass die sog. Tannenhonige rechtsdrehendsind. — Ist die Rechtsdrehung erheblich, so muss man auf die Gegenwart von StärkezuckerRücksicht nehmen. In diesem Falle wird die Rechtsdrehung nach der Inversion erhöht.
4) Bleibt nach dem Vergähren ein stark rechtsdrehender Rückstand, beträgt dieRechtsdrehung der vergohrenen lOprocentigen Honiglösung mehr als -)- 3 Bogengrade im200 mm-Rohr, so ist wahrscheinlich Dextrin zugegen.
5) Die Gegenwart von 10 Proc. Rohrzucker und 10 Proc. Dextrin muss auch inunverfälschten Honigen als noch normal angesehen werden.
6) Naturhonig enthält stets Pollenkörner, doch ist das Vorhandensein derselben keinBeweis für die Echtheit. Umgekehrt würde allerdings das Fehlen derselben Verdachterregen können. Der Nachweis von Stärkezucker und Rohrzucker im Honig begegnetSchwierigkeiten nicht. Einer Täuschung kann man anheimfallen dadurch, dass Tannen-honige zur Beurtheilung gelangen, ein Fall, der aber äusserst selten ist. — Dagegenerscheint es heute durchaus unmöglich, den sog. Kunsthonig vom Naturhonig zu unter-scheiden, und noch schwieriger, Kunsthonig im Naturhonig nachzuweisen. — Wer auf. denBesitz von unverfälschtem Honig Werth legt, muss ihn aus zuverlässiger Quelle, z. B. vonBienenzüchter-Vereinen beziehen.
Tannenhonig. Coniferenhonig. Waldhonig. Honig von Honigthan. Es stehtfest, dass auch unverfälschte Naturhonige vorkommen, welche rechtsdrehend sind. Einigeglauben, dass diese Honige von Coniferen gesammelt werden, Andere, dass sie von Honig-thau (d. h. den süssen Ausschwitzungen vieler Blätter) gesammelt werden, und dass einaus dem Honigthau stammender erheblicher Dextringehalt die Ursache der Rechts-drehung sei.
Kunsthonig. Zuckerhonig. Während der letzten Jahre ist ein dem natürlichenHonig täuschend ähnliches Kunstprodukt in den Handel gebracht worden. Dieses wirddargestellt, indem man Rohrzucker auf verschiedene Weise invertirt, färbt, aromatisirt undmit etwas echtem Honig versetzt. Dieser Kunsthonig ist in Aussehen, Geruch und Geschmackkaum vom echten Honig zu unterscheiden, umsomehr als er auch während der Aufbe-wahrung krystallinisch erstarrt. Analytisch giebt er die nämlichen Zahlen wie Naturhonig.B. Fischer fand:
Kunst-Honig. Natur-Homg.
Wasser .......22,30 Proc. 19,4 Proc.
Trocken-Rückstand . . . 77,70 „ 80,6 „
Zucker direkt..... 73,10 „ 76,0 „
Zucker nach der Inversion 77,60 „ 78,0 „
Phosphorsäure.....Vorhanden Vorhanden.
Pollenkörner.....Vorhanden Vorhanden.
II. Mel depuratum (Austr. Brit. Genn. Helv.). Mel despumatuin (U-St). MellitnmSimplex. Gereinigter Honig. Miel depnre". Clarifled Honey.
Darstellung. Die Reinigung des Honigs ist verschieden. Brit. lässt den imWasserbade erhitzten Naturhonig durch ein mit heissem Wasser befeuchtetes Flanelltuchkoliren. Austr. lässt 2 Ko. Honig in 2 Liter Wasser auflösen, die Lösung unter Zusatzvon 4 g Carrageen aufkochen, abschäumen, durch Flanell koliren und zur Sirupkonsistenzeindampfen. U-St. lässt den Naturhonig mit etwa 2 Proc. gewaschenem Fliesspapier.abfällen, unter Ersatz des verdampfenden Wassers einige Zeit im Wasserbade erhitzen, dannkoliren und mit 5 Proc. Glycerin versetzen. Germ, und Helv. lösen 1 Th. Honig in 2