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Mel.
Eigenschaften unterscheidet man: Scheibenhonig, d. i. der noch in den Waben befindliehe Honig, Jungfernhonig, d. i. der aus den Waben freiwillig (event unter sehrschwacher Erwärmung) ausgeflossene, Schleuderhonig, den durch Centrifugen aus denWaben ausgeschleuderten, ausgelassenen oder gemeinen Honig, d. i. der durchPressen oder stärkeres Erhitzen aus den Waben ausgesonderte. Je nach den Pflanzen, vondenen der Honig vorzugsweise eingesammelt worden ist, unterscheidet man Linden-honig, Haidehonig u. s. w.
Dem inländischen Honig gegenüber sind die aus dem Auslande, namentlich ausAmerika (Californien, Chile) eingeführte Honigsorten von geringerem Werthe. Sie werdennamentlich von Zuckerbäckern verbraucht, indessen können gute Sorten unbedenklich auchzur Darstellung der pharmaceutisohen Honigpräparate dienen.
I. Mel (Germ. Helv. Ü-St). Mel Crudum (Austr.). Miel (Gall.). Honey. Ge-wöhnlicher oder natureller Honig.
Im frischen Zustande ein hellgelber bis brauner, durchscheinender dicker und zäherSirup Ton wachsartigem Gerüche und angenehm süssem Geschmacke. Honig reagirtschwach sauer. Im Verlaufe der Aufbewahrung trübt er sich gewöhnlich, wird körnig understarrt schliesslich zu einer krystallinischen Masse, indem die vorhandene Dextrose alsCeH^O, -f- H 2 0 krystallisirt, deren Krystalle die gleichfalls anwesende Lävulose einschliessen.Bisweilen scheidet er sich auch (bei Aufbewahrung an einem feuchten Orte) in einenunteren, aus Dextrose bestehenden festen, und in einen oberen, aus Lävulose bestehendenflüssigen Antheil. Im unverdünnten Znstande ist der Honig gut haltbar, wird er jedochmit Wasser verdünnt, so geräth er leicht in Gährung. Das spec. Gew. des Honigs ist1,410—1,440, im Mittel = 1,425.
Seiner chemischen Zusammensetzung nach ist der Honig eine konc. Lösung vonDextrose und Lävulose, ausser diesen enthält jeder Honig noch kleine Mengen Rohrzucker,ferner Dextrin-artige Substanzen, Eiweissstoffe, Wachs, Riechstoff, Farbstoff, freieAmeisensäure, Mineralstoffe (in diesen Phosphorsäure) und als zufällige Beimengung Pollen-körner. Die Zusammensetzung wird, wie folgt, angegeben:
Invert-Zucker 70-80 Proc Mineralstoffe 0,1—0,8 Proc.
(Dextrose 34,7 Proc.) Nichtzucker 5,0 Proc. und mehr
(Lävulose 39,2 Proc.) Darunter Ameisensäure 0,2 Proc.
Rohrzucker bis zu 10 Proc. Stickstoff halt. Bestandtheile 0,8 Proc.
Dextrine bis zu 10 Proc. Wasser im Durchschnitt 20 Proc.
Verfälschungen, Untersuchung. Als Verfälschungen kommen in Betracht: Zu-satz von Wasser, ferner von Stärkezucker, Rohrzucker, Mehl, neuerdings auch das Ver-mischen mit Invertzucker bez. dem aus diesem bestehenden Kunsthonig.
1) Trockenrückstand, a) Gewichtsanalytisch. Man wägt in eine Platin-schale etwa 5 g Honig ein und trocknet im Wasserdampf-Trockenschranke bis zum gleich-bleibenden Gewicht. Erste Wägung nach 8 Stunden, dann in zweistündigen Zwischenräumen.Gleiches Gewicht ist anzunehmen, wenn zwei aufeinanderfolgende Wägungen um nichtmehr als 0,002 g von einander abweichen. Dieses Verfahren giebt das gleiche Resultatwie das Eintrocknen über Sand, b) Densimetrisch. Man löst 30 g Honig in 60 gWasser auf (beide genau gewogen!). Das spec. Gewicht dieser Lösung, welche nichtfiltrirt zu werden braucht, soll bei 15° C. nicht weniger als 1,11 betragen, d. h. dor Honigsoll mindestens 75 Proc. Trockensubstanz enthalten.
2) Mineralstoffe. Der vorher erhaltene Trockenrückstand wird nach dem Wäge«,verbrannt und die Asche bei massiger Rothgluth weissgebrannt. Die Menge der Mineral-etoffe soll 0,1—0,8 Proc, im Mittel 0,4 Proc. betragen. Bewegt sich der Procentgehaltinnerhalb der angegebenen Grenzen, so wird die Asche in Salpetersäure gelöst und diesalpetersaure Lösung mit Ammoniummolybdänat auf Phosphorsäure geprüft. Es muss eindeutlicher gelber Niederschlag entstehen. Die Anwesenheit von Phosphorsäure in der Aschedes Honigs ist charakteristisch. Fehlen der Phosphorsäure macht den Honig verdächtig.Ist der Gehalt an Mineralstoffen erheblich höher als angegeben, so muss die salpetersaureLösung der Asche auf Chlor, Schwefelsäure und Kalk geprüft werden.
3) Zuckerbestimmung. Man hat zu bestimmen den direkt reducirenden Zucker(d. h. vor dar Inversion) und den nach der Inversion vorhandenen Zucker. — Zu diesemZwecke löst man 10,0 g Honig (genau gewogen!) in etwa 250 cem Wasser, schüttelt zurKlärung mit etwas Thonerdehydrat, fütrirt, wäscht aus und füllt die Lösung zu 500 ecm auf.