Druckschrift 
2 (1920)
Entstehung
Seite
315
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

MM

Lycopodium.

315

Pollen von Pinus silvestris und anderen Pflanzen. Alle diese Verfälschungensind durch das Mikroskop ohne weiteres aufzufinden, Stärke durch Jodreaktion, anorganischeVerfäschungen erhöhen den Aschengehalt und sind schwerer wie Chloroform. Das Vor-kommen fremder Pollenkörner ist wohl unter allen Umständen als unbeabsichtigte Ver-unreinigung aufzufassen.

Einsammlung. Man sammelt vom Juli bis September die die Sporenbehältertragenden Aehren und aus diesen, nachdem man sie in Schüsseln an der Sonne getrocknethat, durch Klopfen und Schütteln die Sporen. Durch Abschlagen auf einem feinen Flor-siebe werden sie von fremden Pflanzentheilen gereinigt. Von dem Lycopodium des Handelsentspricht nur eine alsbis depuratum" bezeichnete Waare den Anforderungen der Arznei-bücher, sobald sie die mikroskopische Prüfung besteht; diese auszuführen sollte man nie-mals unterlassen.

Aufbewahrung. Man bewahrt kleine Vorräthe in Hafengläsern, grössere inBlechbüchsen oder innen mit Papier ausgeklebten Holzkästen auf. Bisweilen beobachtet

Fig. 28.

Sporen von Lycopodium clavatum. 9O0mal vergr. a. yon der Seite. &. von oben. c. von unten.

nach Luerssen.

man, dass das Lycopodium während der Aufbewahrung an Beweglichkeit verliert und inden oberen Schichten eine mehr oder weniger klümperige Beschaffenheit annimmt; istdieses auf die Anwesenheit von Pflanzenresten, die sich an der Oberfläche der specifischschwereren Sporenmasse ansammeln, also auf ungenügende Reinigungzurückzuführen, so genügt einfaches Absieben durch ein Florsieb, denUebelstand zu beseitigen.

Anwendung. Innerlich zu 1,04,0 g als krampfwidriges Mittel,besonders bei Blasenkatarrh in Form einer Schüttelmixtur. Behufs An-fertigung solcherLycopodium-Emulsion" reibt man die Sporen in einemAusgussmörser unter starkem Druck solange, bis sie ein scheinbarfeuchtes Pulver darstellen, setzt dann nach und nach das Wasser hinzu,seiht die Mischung aber nicht durch. Aeusserlich rein oder mit Zink-oxyd und dergl. gemischt zu Streupulvern gegen Wundsein bei Kindern l|und starken Personen; bei nässenden Flechten; solche Streupulver mischt Fiaian, ohne das Lycopodium vorher unter Druck zu verreiben. In der schesstreufiäschchenReceptuT zum Bestreuen von Pillen und Pastillen, wofür man zweckmässig £ur L y c °P° ulum -ein HiMMEB'sches Streugläschen (Fig. 29) zur Hand hält.

Beim Arbeiten mit Lycopodium ist zu beachten, dass dasselbe, in eine Flammegeblasen, sich leicht entzündet und blitzartig verbrennt (daher seine Verwendung alsBlitz-pulver" für Bühnenzwecke); man hüte sich also, dasselbe in der Nähe offener Flammensu verstäuben.

Linctns dlureticus Hdfeland.

Eraulsio Lycopodii.

Hufeland'b harntreibender Trank.

Rp. Lycopodii 20,0

Sirupi Althaeae 40,0

Aquae destillatae 140.0.

F !. a. emulsio. (Vergl. oben.) Bei Harnzwang

stündlich esslöftelwcise.

Lycopodium salicylatnm (E. Dieteeicii).Salieyl-Lycopodium.Ep. 1. Acidi salicyliei 1,0

2. Spiritus 50,0

3. Lycopodii 100,0.

Man mischt die Lösung von 1 in 2 mit S undtrocknet bei gelinder Warme. (Eiserne Gefässezu vermeiden!)