Hirudo.
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Beschreibung. Hirudo medicinalis L (Sanguisuga medicinalis Savigny)
and HirudO Officinalis Savigny, der zweite offenbar nur Varietät des ersteren. Ur-sprünglich in ganz Europa, dem südwestlichen Asien und Nordafrika heimisch, gegenwärtigan vielen Orten ausgerottet. Bis 20 cm lang, mit 95 deutlichen Ringeln, von denen dieersten 9—10 dem Kopf angehören, dessen 1., 2., 3., 5. und 8. Ringel auf der Rückenflächeje 2 schwarze Augen tragen. Die 4 vordersten Ringel bilden einen löffeiförmigen Körper,der als Haftscheibe dient, und in dessen Grund die dreistrahlige Mundöffnung liegt, hinterder die 3 grossen, halblinsenförmigen Kiefernplatten liegen, die auf ihrer konvexen Seitebis 90 feine, bewegliche Zähnchen tragen. Das Saugen geschieht dadurch, dass der Egelden Kopf gegen die betreffende Stelle drückt, einen Theil der Mundhöhle nach aussenschiebt, wodurch eine genau anhaftende Scheibe sich bildet, durch die er die Kiefernnach vorne schiebt und durch wiederholte Bewegungen mit denselben eine Wunde macht.Das austretende Blut wird durch Sangen in die entferntesten Ausstülpungen des Magensgeleitet, die Gerinnung des Blutes wird durch eine in der Mundhöhle des Egels secernirteSubstanz verhindert.
Das aufgenommene Blut wird in 5—18 Monaten verdaut, doch stellt sich die Saug-fähigkeit schon nach 2—4 Monaten oder nach künstlicher Entleerung in einigen Tagenwieder ein. Die Menge des aufgenommenen Blutes kann das Sechsfache vom Gewicht desEgels betragen.
Rücken grün bis bräunlich, jederseits mit 3 gelben oder rothen Längsbinden, diemeist schwarzgefleckt sind, auch oft unter einander zusammenfliessen. Leibesrand heller,Bauch einfarbig hell oder schwarz, oder dunkelgefleckt. Färbung ausserordentlich variirend,man unterscheidet danach 64 Varietäten. H. medicinalis, der deutsche Blutegel,Sangsue grise, Sprengkled leech, im nördlichen und mittleren Europa, Rücken grünlich-grau, jederseits mit 3 rostrothen Binden, deren mittlere auf jedem Segment einen schwarzenTupfen hat, Bauch grünlichgelb, schwarz gefleckt. H. officinalis, Sangsue verte, Greenleech, im südöstlichen und südlichen Europa, Rücken mit grünem Mittelstreifen, jederseitsdavon eine rothe oder braune Längsbinde, Bauch grünlichgelb, meist ungefleckt. Im all-gemeinen saugt der erstere besser, bleibt aber kürzere Zeit sitzen und nimmt daher wenigBlut auf. — Der grösste Theil der im Handel befindlichen Egel besteht aus H. officinalis.
Man unterscheidet Mutter- oder Zuchtegel, die schlecht saugen, 8—15 g schwer,grosse Egel: 2—3g schwer, mittlere Egel: 1—3 g schwer, kleine Egel oder Spitzen:0,5—1,0 g schwer. Die mittleren Sorten entsprechen den Anforderungen der Arzneibücheram besten, die Spitzen finden allenfalls bei Kindern Verwendung. Der grösste Theil derEgel wird gegenwärtig von Zuchtanstalten geliefert, welche die Egel in 1,5 m tiefenTeichen halten, die stets Zufluss von frischem Wasser erhalten müssen; Gerbsäure undKalk ist aus diesen Teichen fernzuhalten. Alle 6 Monate werden die Egel gefüttert, indemman mit frischem Blut gefüllte Blasen in das Wasser hängt. Werden dem Apotheker inder Freiheit gefangene „wilde Egel" zum Kauf angeboten, so soll er sich durch Ver-gleichung überzeugen, dass wirklich die officinelle Art vorliegt.
Andere Arten. Hirudo troctina Johnson, Forellenblutegel, Dragonsangsue, Trontleech. Ziemlich glatt, auf dem Rücken mit sechs Reihen gelber Flecken,Körperrand gelb mit schwarzem Saum. Bauch einfarbig oder gefleckt. Heimisch in Algierand der Berberei, zuweilen nach Europa (Frankreich) importirt. Hiermit identisch sollenH. veTbana und H. carena im Lago maggiore und bei Nizza sein, die ebenfalls ver-wendet werden.
Hirudo mysomelas Henry, tief olivgrün mit drei gelblichen, schwarz gesäumtenBinden, Seiten gelb, Bauch gelb, schwarz gefleckt, der Rücken auch ohne Binden. AmSenegal, nach Frankreich importirt. Hirudo granulosa Savigny. Um Pondichery,auf Bourbon und Mauritius angewendet. Hirudo »inica Blainville. In China heimischund dort verwendet. Hirudo javanica Wahlberg. In Java ebenso. Hirudo quin-questriata Schmarda. In Australien heimisch und verwendet.