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Yohimbinum.
Darstellung. 1. Nach Spiegel (engl. Pat. 11647) wird der essigsaure Auszug dergepulverten Rinde mit Sodalösung ausgefällt; der getrocknete Niederschlag wird aus Alkoholumkristallisiert.
2. (nach Riedel.) Die Yohimboasäure (s. u.) läßt sich in geeigneter Weise direktaus der Droge gewinnen. Durch Erhitzen mit Methylalkohol und Salzsäure entsteht ihrMethylester, das Yohimbin, in Gestalt des Salzsäuren Salzes.
Eigenschaften. Yohimbin bildet weiße, seidenglänzende Kristallnadeln vomSchmelzp. 234—234,5°; leicht löslich in Alkohol, Methylalkohol, Amylalkohol, Äther, Essig-ester, Chloroform, schwerer in Benzol, fast unlöslich in Wasser. Es gibt bei verschiedenenReaktionen, so auch bei der Salzbildung, leicht 1 Molekül Wasser ab und geht über inAnhydroyohimbin, C 22 H 28 0 3 N 2 .
Identitätsrealitionen. Yohimbin löst sich farblos in konz. Schwefelsäure; aufZusatz eines Kriställehens KaliumdiChromat oder von Salpetersäure entstehen in der Flüssig-keit blaue Streifen, die allmählich schmutzig grün werden; zuletzt wird die Flüssigkeitgelblich. Nesslers Reagens, ebenso Phosphorwolframsäure geben mit Yohimbin eineweiße amorphe Fällung, Phosphormolybdänsäure einen gelblich weißen Niederschlag. Löstman Yohimbin in Millons Reagens, so färbt sich die Flüssigkeit alsbald tiefbraunrot.Yohimbin dreht die Ebene des polarisierten Lichtes nach rechts. Durch Alkalien oderSäuren wird Yohimbin verseift zu Yohimboasäure und Methylalkohol.
Die freie Yohimbinbase verändert sich allmählich unter dem Einfluß von Luft undLicht und nimmt dann eine gelbliche Färbung an. Im Gegensatz dazu ist salzsauresYohimbin in trockenem Zustande völlig haltbar. In Form dieses Salzes gelangt es auchausschließlich zur arzneilichen Verwendung als
f Yohimbinum hydrochloricum, salzsaures Yohimbin, C 22 H 23 0 3 N 2 . HCl.
Im Handel sind verschiedene Präparate. Genannt seien a) Yohimbinum hydro-chloricum „Spiegel", auch in kochendem Wasser schwer löslich, kristallisiert aus Alkoholin kleinen Büscheln verzweigter Nadeln. Schmelzp. 300°. b) Yohimbinum hydro-chloricum „Riedel". Weiße kleine Blättchen oder weißes kristallinisches Pulver vomSchmelzp. 285—290°; ziemlich leicht löslich in heißem Wasser und in heißem Alkohol, schwerin kaltem Wasser und kaltem Alkohol. Die lOproz. wässerige Lösung zeigt bei 20° im100 mm-Rohr eine Rechtsdrehung von 1°5'.
Für den forensischen Kachweis des Yohimbins empfiehlt Reichakd besondersdas Verhalten des Yohimbins zu gelbem Blutlaugensalz: Setzt man einer Mischung ausYohimbin und KaliumfeTrocyanid einen Tropfen Wasser zu, so erscheint am Rande derMischung eine bläuliche Färbung. Nach dem Trocknen erscheint der Rand als silber-weißes Band mit bläulichem Schimmer. Das Innere nimmt eine goldschimmernde Färbungan. Salzsäurezusatz läßt alle diese Färbungen wieder verschwinden. Der Rückstand zeigt,schräg betrachtet, eine schwarzgraue Farbe.
Anwendung. Als Aphrodisiacum insbesondere in der Veterinärpraxis. Bei Menschenbeträgt die Dosis 1 / 2 mg dreimal täglich (am besten in Form von Tabletten) oder in 0,5 bis1 ccm einer 2proz. Lösung subcutan. Auch als Anaestheticum für die Augen-, Ohren-und Nasenheilkunde wurde es empfohlen. Bei Herzkranken ist Vorsicht bei seiner Anwendungangebracht.
Aufbewahrung. Vorsichtig- und vor Licht geschützt.
Yohimboasäure ist gegen Licht und Luft beträchtlich widerstandsfähiger alsYohimbin selbst und in Wasser gänzlich unlöslich; sie läßt sich direkt aus der Droge ge-winnen und dient zur synthetischen Darstellung des Yohimbins.
Aphrodine. Unter diesem Namen wird das Yohimbin nach Dr. Spiegel in Englanddurch die Firma Chas. Zimmermann & Co. in London E. C. vertrieben.
Rhome-Tabletten gegen Impotenz und Pollutionen enthalten pro dosi Yohimbin,muriat. 0,005 g, Strychnin. nitr. 0,002, Rhiz. Zingiberis 0,04, Elaeosacch. Vanill. 0,02, Calc.phoaphorio. 0,1. Fabrikant: Apotheke zur Austria in Wien.
Yohimvetol ist der Handelsname für ein Yohimbin, das bei Tieren angewendet wird.