Urina.
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Molekulargewichtes umgeformt; ist G = Gramme angewandten Lösungsmittels, g = Gramme
abgewogenen Stoffes, so ist p= _,- -; dieser Wert oben eingesetzt gibt in = — Vt~a~ •
Äquimolekulare Lösungen zeigen gleichen osmotischen Druck. Da nun osmotischeVorgänge bei den das Leben kennzeichnenden Umwandlungen eine Hauptrolle spielen, so er-scheint ohne weiteres die Bestimmung des osmotischen Druckes oder der ihm parallelen Ge-frierpunktserniedrigung geeignet, Einblicke in den Lebensprozeß zu verschaffen. Dazu muß
m \aber die Formel k = — : ---- so umgeformt werden, daß aus der Gefrierpunktserniedrigung A>
die jedesmal festgestellt wird, ein bestimmter Begriff gewonnen wird. Das ist in der Tatmöglich, weil alle Lebensvorgänge in wässerigen Lösungen stattfinden, deren Konstante immerdieselbe ist, k = 18,5. Bringt man nun in der Formel die Unbekannten auf eine Seite, so
erhält man
A
' k'
und diesen Begriff — nennt man die molekulare oder osmotische Kon-
zentration der betreffenden Flüssigkeit. Meist wird nur die Feststellung der Gefrierpunkts-
erniedrigung A verlangt, aus der sich dann allerdings der Wert — = ohne weiteres er-
m 18,5gibt. Im allgemeinen ist die Gefrierpunktserniedrigung des Blutserums bei gesunden Menschenüberaus gleichmäßig (—0,55 bis —0,59, meist —0,56 bis —0,58), man bezeichnet sie be-sonders mit d. Die Gefrierpunktserniedrigung des Harns, die man allgemein mit A auszeichnet, ist von zahlreichen Umständen abhängig und bleibt daher nicht gleich (— 0,87 bis— 2,35). Man hat versucht, aus der Gefrierpunktserniedrigung und dem spezifischen Ge-wichte, oder der Urinmenge, deren Chlorgehalt, zutreffendenfalls unter Hinzuziehung desKörpergewichts usw. Formeln zur Unterstützung einer Erkennung verschiedener Krankheitenzu schaffen, doch haben die bezüglichen Bemühungen keinen durchschlagenden Erfolg zu ver-zeichnen. Als festgestellt kann gelten, daß bei Niereninsuffiziens meist eine Erhöhung dermolekularen Konzentration des Blutserums 1 ) gefunden wird. Die Kryoskopie des Harns istnur in beschränktem Maße verwertbar, die von Speichel, Milch, Magensaft, Galle, Kot,Schweiß ergibt keine praktisch brauchbaren Zahlen; aussichtsreicher ist die Untersuchung derErgüsse seröser Körperhöhlen, die möglicherweise Schlüsse auf die Resorption der Exsudateerlaubt.
Zur Ausführnng einer kryoskopischen Bestimmungwird am besten der durch die Fig. 158 und 159 wieder-gegebene Gefrierapparat nach Beckmann benützt. Fig. 158zeigt die ältere Form des Apparates mit Glasheber zumAbheben von Kühlflüssigkeit und Blechuntersatz mit Ablaufzum Ableiten der abgeheberten Flüssigkeit. Neben demThermometer geht ein Rührer zum Handgebrauch bis inden Inhalt des Gefriergefäßes, der vor Feuchtigkeit durcheinen etwas Schwefelsäure im Kugelgefäße passierendertrockenen Luftstrom geschützt wird. 2 ) Die neueste undvollkommenste Form des Beckmann sehen Gefrierapparateszeigt Fig. 159. Die obere Kappe des aus Glas geblasenenGefriergefäßes G ist luftdicht eingeschliffen; sie wird mitHilfe eines luftdichten Korkstöpsels geschlossen, der inseiner Durchbohrung das zur Bestimmung der Gefrier-punktserniedrigung dienende Beckmann sehe ThermometerBTh trägt. Dies Thermometer ist genau senkrecht indie Achse des Gefriergefäßes gerichtet und soll mindestens2 mm vom Boden des Gefrierapparates entfernt bleiben.Das Thermometer ist frei umgeben von dem Rührer R,dessen oberer dicker Ring aus emailliertem Eisen besteht,während Drähte und Rührscheiben aus Platin gefertigt sind.Seitlich trägt das Gefriergefäß einen Rohrstutzen mitauf geschliffenem Stöpsel; durch den Stutzen können Stoffein den zusammengesetzten Apparat gebracht werden.Das Gefriergefäß ist umgeben von dem gläsernen Luft-
Fig. 158. Gelrierapparat nachBeckmann, ältere Form.
!) Die erforderliche Blutmenge (beim Gewinnen des Serums durch Absetzenlassen 40 com,durch Zentrifugieren 25—30 com) wird am besten mit einer sterilisierten, getrockneten, nichtzu engen Kanüle der Vena mediana in der Ellenbogenbeuge entnommen nach Stauung desBlutes durch elastische Kompression am Oberarme, die gelockert werden kann, sobald derAbfluß des Blutes beginnt, und zwar möglichst morgens vom nüchternen Kranken.
-) Die Trocken Vorrichtung ist für kryoskopische Versuche überflüssig und kann beidiesen entfernt werden.