Unguenta.
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Unguenta. (zu Bd. n s. 1066.)
Unguenta (Austr., Helv., Nederl., Belg., U. St., Ital.), Pomatum (Ital.), On-guents-Pommades (Helv., Belg.), Ointments (U. St.), Pomate-Unguenti (Helv.,Ital.).
Bezüglieli der von den einzelnen Pharmakopoen vorgeschriebenen Salbengrund-lagen ist zu bemerken, daß die ceresinhaltige Paraffinsalbe des D. A.-B. von keiner derneuen Pharmakopoen aufgenommen ist. Ph. Austr. läßt neben gelbem Vaselin meistAdeps und ein aus Adeps und Cera alba bereitetes TJnguentum simples anwenden. Dasgleiche Gemisch dieser beiden Fette, nur mit Benzoesehmalz bereitet, bildet eine beliebteund kiuz „Unguentum-Ointment" bezeichnete Salbengrundlage der Ph. U. St. Danebengelangt in den Vereinigten Staaten zur Salbenbereitung gelbes Vaselin (Petrolatum) undweißes Vaselin (Petrolatum album — White Petrolatum), meist jedoch Benzoesehmalz zurAnwendung. Was die Bereitungsweise des letzteren anbetrifft, so steht das D. A. B.insofern isoliert da, als alle neuen Arzneibücher, die das Präparat aufgenommenhaben (Ph. Helv., Nederl., U. St., Ital.) es mit Hilfe von Benzoeharz herzustellen vor-schreiben.
Nach Ph. Helv. III kommt außer dem weißen und gelben Vaselin als Salbengrund-lage vorzugsweise Adeps in Betracht, an dessen Stelle die frühere Ausgabe vielfach dasBenzoesehmalz bevorzugte. Bemerkenswert ist auch, daß Ph. Helv. Walratsalbe undColdcream mit Erdnußöl bereiten läßt, während Ph. Austr. und Nederl. für einzelne,gleichfalls viel gebrauchte Salben das Sesam öl vorgeschrieben haben. So wird in Öster-reich Ungt. leniens und Ungt. Diachylon mit diesem Öl bereitet, und nach Ph. Nederl.ist es der Hauptbestandteil des Ungt. cereum, das in den Niederlanden neben beidenVaselinarten und Adeps eine viel verwendete Salbengrundlage bildet. Daß auch Wollfett alsZusatz zu Salbenkörpern eine nicht untergeordnete Bolle in den Neuausgaben der Arznei-bücher spielt, soll nicht unerwähnt bleiben. So besteht z. B. das belgische Ungt. cereum,das auch einer Anzahl anderer Salben als Grundlage dient, aus gleichen Teilen Wollfettund weißem Vaselin. Über eine Eigenart des belgischen Arzneibuches, die darin be-steht, daß es in den Vorschriften für die ölhaltigen Präparate kein seiner Natur nachbestimmtes Öl vorschreibt, vielmehr dem Apotheker in der Auswahl dieses Öles innerhalbgewisser Grenzen freie Hand läßt, ist bereits in der Einleitung zum Kapitel „Olea" S. 519das Nähere angegeben worden.
Wenn Ph. Ital. es in das Belieben des Apothekers stellt, für die Bereitung einerAnzahl Salben entweder gelbes oder weißes Vaselin oder Lanolin oder Benzoesehmalz zuverwenden, so ist hierzu zu bemerken, daß derart unpräzise Angaben eines Arzneibuchesweder im Interesse des Publikums noch des Apothekers liegen. — Nat. Form, haben aucheinige Salbenmulle aufgenommen, für die die Nomenklatur „Unguenta extensa-Steatina-Steatins-Salve Mulls" gewählt ist.
Salben für die Tropen. Die British Medical Association hat für Salben, die zurVerwendung in Tropenländern bestimmt sind, als Salbengrundlage weiches Paraffin unter Zu-satz von 10 Proz. hartem Paraffin oder gereinigtes Lanolin bestimmt. Zu gelber Queck-silbersalbe ist weißes Paraffin in Verwendung zu bringen.
Adeps benzoinatus, benzoiniertes Schweinefett, Axonge benzo'inee(Helv.), Adeps suillus benzoatus, Axungia benzoata (Nederl.), Adeps cum Ben-zoino, Grasso cum Benzoino (Helv.), Sugna benzoinata (Helv., Ital.). Helv.:1. 100 Teile Schweinefett werden eine halbe Stunde lang mit einer Mischung von 4 T. Ben-zoe (IV) und 6 T. trockenem Natriumsulfat im Dampfbade unter Umrühren erwärmt. Hier-auf wird filtriert. 2. Für kleinere Mengen: 100 Teile Schweinefett und 10 T. Tinct. Benzoesaether. (Helv.) werden unter gelindem Erwärmen bis zur Verdunstung des Äthers gerührt. —Nederl.: Man digeriert 100 Teile Schweineschmalz mit 2 T. gepulverter (B. 10) Benzoe1 Stunde im Wasserbade und filtriert. — Ital.: Man erwärmt 100 Teile Schweineschmalzmit 2 T. Benzoepulver 4 Stunden im Wasserbade, gießt durch ein Tuch und rührt bis zumErkalten. (In der heißen Jahreszeit kann 1 / 6 des Schweineschmalzes durch weißes Wachsersetzt werden.)
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