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Tabulettae.
Tabellae, Tabletten und Pastils gemeinsam, dasselbe tut die Ph. Japon. mit ihrenPastilli, Pastils und Troches. Die Pb. Hisp. nennt zwar einige Tabletas, gibt aberkeine allgemeinen Vorschriften zu ihrer Darstellung. Die Ph. Ital. kennt Tablettenüberhaupt nicht, auch nicht als Synonym. Die Ph. Helv. steht auf dem Standpunktedes D. A.-B., indem sie die gleichen Synonyme wie dieses für die Pastilli anführt. Auchdie Ph, Nederl. kennt keine Tabletten als besondere Arzneiform, und ebenso vergeblichsuchen wir sie in der Ph. of U. St., die nur Trochisci kennt. Nur die Ph. Dan. hat vonder modernen Form der Tabletten Notiz genommen, die sie von den Trochisci (Pastiller)scharf unterscheidet und Tahlettae, Tabletter nennt, ohne freilich Anleitung zu ihrerDarstellung zu geben.
Die Darstellung der Tabletten zerfällt in der Regel in zwei besondere Phasen:das zu Tabletten zu formende Pulver muß erst granuliert werden, um es in der Maschineleicht nachlaufen zu lassen, und erst dann wird es zu Tabletten gepreßt. Nur bei derHerstellung kleiner Mengen Tabletten ex tempore mit Hilfe kleinerer Handmaschinen kanndas vorherige Granulieren unterbleiben.
Das Granulieren des Tablettenpulvers geschieht, indem man das Pulver miteiner geeigneten Flüssigkeit (Wasser, Sirupus simplex, mehr oder weniger verdünnterSpiritus oder absoluter Alkohol) so weit anfeuchtet, daß es beginnt zusammenzubacken.Dann reibt man es durch ein Sieb, trocknet bei mäßiger Wärme und siebt ab, um eingleichmäßig gekörntes Pulver zu erhalten. Sieb 3 oder 4 des D. A.-B. eignet sich zumGranulieren am besten. Zum Absieben des feinen Pulvers nimmt man natürlich ein ent-sprechend feineres Sieb.
Um die so vorgerichteten Pulver in der Maschine besser gleiten, d. h. in die Matrizenachlaufen zu lassen, setzt man ihnen manchmal sog. Gleitmittel zu. Dazu wirdTalcum angewendet, das in geringen Mengen nicht zu beanstanden ist, aber die Lösungsonst löslicher Stoffe trübt. Auch Lycopodium eignet sich, bietet aber denselben Nach-teil wie Talcum. Man vermeidet solche pulverige Zusätze deshalb möglichst und bewirktdas Gleiten der Masse lieber durch Besprengen derselben mit einer Lösung von Paraffinin Äther mittels Spray, läßt den Äther verdunsten und komprimiert dann. Noch bessersoll sich eine Lösung von 1 Teil Kakaoöl in 6 T. Äther, der man ein gleiches VolumenWeingeist (90proz.) zufügt, eignen. Auch eine Kakaoemulsion aus Ol. Cacao 25 Teilen,Seife 5 T., Traganth 0,5 T., Benzoesäure 0,25 T. und Wasser zu 100 T. ist zu gleichemZweck empfohlen worden.
Das schnelle Zerfallen der Tabletten in Wasser bzw. im Magensaft, dasvon jeder guten Tablette gefordert werden muß, läßt sieh durch Zusatz von 5—10 Proz.Stärkemehl erreichen, doch ist ein solcher Zusatz überflüssig, wenn die Tabletten ausgut granuliertem Pulver bei sorgsam ausprobiertem Druck und ohne Verwendung über-flüssiger Bindemittel wie Gummi arabic. oder Traganth hergestellt waren. Wo es dieWirkung der Tablette nicht beeinträchtigt, läßt sich auch durch einen Zusatz von Natrium-bicarbonat (es ist auch Calciumcarbonat vorgeschlagen worden), welches in Berührungmit dem sauren Magensaft Kohlensäure entwickelt, ein schnelles Zerfallen bewirken.
Einzelvorschriften zu den allerverschiedensten Tabletten gibt es in großer Anzahl.Für einen einigermaßen gewandten Defektar ist es jedoch nicht schwer, von Fall zu Falleine passende Vorschrift selbst aufzustellen. In dem Buche „Das Komprimieren vonArzneimitteln" von F. Utz (Verlag von Julius Speinqee in Berlin) sind solche Vor-schriften und eingehendere Anleitungen zur Tablettendarstellung im kleinen und großenenthalten.
Lamellae, Discs, Disci, Scheibchen (Brit. Pharm. Codex), für die Augenpraxis,werden aus Gelatineblättchen ausgeschnitten oder wie die Pastillen ausgestochen und mittelseines feinen Haarpinsels unter das untere Augenlid gebracht. Sie lösen sich dort auf undvermischen sich mit der Tränenflüssigkeit. Als Grundlage dient eine Mischung aus 16,5 Teilenbester Gelatine, 1,25 T. Glycerin und 82,25 T. Wasser. Letzteres wird abgekocht und nachdem Erkalten mit dem Glycerin gemischt. Dann läßt man die Gelatine in dem Gemisch