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Sterilisatio.
Das Zuschmelzen der Einschmelzgläser bietet keine Schwierigkeiten. Man läßt inder Flamme den oberen Kanülenteil eben weich werden und kneift dessen Ende dannmit der Pinzette ab. Beim längeren Erhitzen der Kanüle bildet sich häufig eine sehrdünnwandige und leicht zerbrechliche kugelige Auftreibung.
Damit, wenn zwecks Entleerung der Gläser der Kanülenhals abgebrochen wird, keineZersplitterung des Glases und ein Hineinfallen von Glassplitterchen zu befürchten ist, wirdan der Kanüle gewöhnlieh eine Bruchstelle gelinde angefeilt. Kleine, hierfür geeignete,billige Feilen werden beim Bezüge der Einschmelzgläser diesen vielfach ohne Berechnungbeigefügt.
Verbandstoffe. Da die hier in Betracht kommenden tierischen und pflanzlichen Stoffe,ohne Schaden zu nehmen, ein längeres Erhitzen auf Temperaturen von 150° und darübernicht ertragen, so kann die Sterilisation der Verbandmaterialien zweckmäßig durch trockeneHitze nicht bewirkt werden.
Auch die fraktionierte Sterilisation kann hierfür nicht in Anwendung kommen; denndie Verbandstoffe geben einen Nährboden ab, der das Auskeimen der vorhandenen Sporennicht in gewünschter Weise erwarten läßt.
Als das beste und am meisten gebrauchte Sterilisierungsmittel für Verbandstoffe istder Wasserdampf anzusehen. Durch diesen werden sterilisiert u. a. Verbandwatte, hydrophileGaze, Cambrik, Flanell, Leinwand, Mosettig-Battist. Man setzt diese 1—2 Stunden dem un-gespanten oder eine halbe Stunde dem gespannten Dampfe aus.
Auf imprägnierte Verbandstoffe ist dieses Sterilisationsverfahren aber nur dann an-wendbar, wenn die Imprägnierungsmittel durch die Einwirkung des Dampfes sich nicht inirgend erheblicher Weise verflüchtigen oder verändern.
Von Wichtigkeit ist, daß das Verbandmaterial nach beendeter Sterilisation möglichsttrocken dem Apparat entnommen wird. Man erreicht dies in folgender Weise: Sofern eindoppelwandiger Sterilisator zur Verfügung steht, der eine entsprechende Dampfregulierungermöglicht, bringt man die Verbandstoffe in den Sterilisationsraum hinein, leitet darauf zu-nächst durch die Zwischen Wandung des Mantels Dampf hindurch und gestattet diesem erst dann,wenn die Verbandstoffe genügend angewärmt sind, in den Innenraum einzutreten. EinfachereApparate,die einen doppelten Außenmantel nicht haben, läßt man zunächst eine Zeitlang zwecksDurchwärmung vom Dampf durchströmen, bringt dann, nach abgestellter Dampfzufuhr, schnelldie anderenorts angewärmten Verbandstoffe hinein, nachdem man vorher noch das der innerenWandung des Apparates anhaftende Kondenswasser mit einem Tuch abgewischt hat, und läßthierauf den Dampf von neuem eintreten.
Wenn nach beendeter Sterilisation der Dampfzutritt unterbrochen ist, überbindet mandie Dampfausflußöffnung des Apparates mit einem Wattebausch, wartet das völlige Erkaltendes Apparates ab und nimmt dann erst die Verbandstoffe heraus.
Alle Verbandstoffe, die der Sterilisation unterworfen werden, sind mit einer Hülle zuumgeben, und zwar verwendet man hierzu zweckmäßig Filtrierpapier, dessen Poren der Dampfohne Schwierigkeit durchdringt. Nach erfolgter Sterilisation werden die so sterilisierten Ver-bandstoffpakete noch in eine zweite Schutzhülle gebracht, die aus starkem Packpapier,Pergamentpapier. Pappfalzkartons, Blech- oder Glasgefäßen bestehen kann und vor ihrer Ver-wendung gleichfalls keimfrei zu machen ist. Zu diesem Zwecke können Blech- und Glas-gefäße eine Stunde lang im Heißluftsterilisator auf mindestens 150° erhitzt werden, währendfür Papier und Pappe, die längere Einwirkung so hoher Hitzegrade nicht vertragen, dieDampfsterilisation am Platze ist.
Sollen in für Dampf undurchdringlichem Hüllenmaterial (Blech- oder Glasgefäßen)enthaltene Verbandstoffe sterilisiert werden, so ist dafür zu sorgen, daß dieses Materialstellenweise Öffnungen aufweist, die dem Dampfe den Zutritt gestatten. Andernfalls würdenicht der Dampf selbst, sondern nur die durch den umgebenden Dampf im Innern der Ge-fäße erwärmte trockene Luft eine keimablötende Wirkung äußern können, die aber nur einegeringe ist. Vielfach sterilisiert man Verbandstoffe in zylindrischen Gefäßen aus verzinktemBlech, die oben und unten einen abnehmbaren, übergreifenden Deckel bzw. Boden haben.Erst nach beendetem Sterilisationsprozeß werden die Zyiinder mit diesen Deckeln, die ebenfallssterilisiert sein müssen, verschlossen. Die Ränder werden, wenn man von einem Ver-löten Abstand nehmen will, mit Streifen von Kautschukheftpflaster verklebt. Man kann fürdie Sterilisierung auch zwei an einer Stirnseite geöffnete zylindrische Blechgefäße anwenden,von denen das eine, etwas größere, sich eben über das andere überschieben läßt. Durchgeeignetes Drehen bzw. Hineinschieben des inneren Zylinders in den äußeren, die beide inihrem Mantel eine Anzahl einander entsprechender Löcher haben, hat man es in der Hand,Öffnungen für das Einströmen des Dampfes herzustellen und sie nach beendigter Sterilisationzu verschließen. Mit Verbandmaterial gefüllte, nur oben offene Blech- und Glasgefäßewerden liegend der Sterilisation unterworfen, da auf diese Weise die die keimtötendeWirkung des Dampfes beeinträchtigende Luft, die in den Gefäßen vorhanden ist, leichterverdrängt wird.