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Seeale cornutum.
Identifizierung und Prüfung. Wird kristallisiertes Clavin im trockenen Re-agensglas vorsichtig erhitzt, so verwandelt es sich, ohne vorher zu schmelzen, und unterEntwicklung eines eigentümlichen, an verbranntes Hörn erinnernden Geruches in dichteWolken und setzt an den kälteren Teilen des Glases ein Sublimat ab. Versetzt man eineLösung von 0,1 g Clavin in 2,5 cem Wasser mit 2 cem einer gesättigten Kupferacetatlösung,so scheidet sich allmählich ein hellblauer Niederschlag ab. 0,1 g Clavin soll sich in 1 ccniSchwefelsäure (1,84) ohne Färbung lösen. 0,1 g Clavin darf nach dem Verbrennen einenwägbaren Rückstand nicht hinterlassen.
Anwendung. Clavin wird intern und subcutan in Dosen von 0,01—0,03 g ge-geben. Die Darreichung ist je nach Bedarf zu wiederholen.
Die Lösungen des Clavins müssen jedesmal frisch hergestellt werden; es empfiehltsich deshalb die Benutzung der genau dosierten Kochsalzclavintabletten, enthaltendpro dosi 0,02 g Clavin und 0,08 g Kochsalz. Jede Tablette löst sich in 1 cem Wasser. Manbeginnt mit 1 cem. Clavintabletten aus Zucker, von denen auch jede 0,02 g- Clavinenthält, sind für die innerliche Verabreichung bestimmt. Fabrikant: E. Merck in Darmstadt.
Aufbewahrung. Vorsichtig.
Comutinum CitriCUItl, von Robert in den Arzneischatz eingeführt, hat sich als diebeste Form der Anwendung des Cornutins (siehe S. 603) erwiesen. Es wird in zu-geschmolzenen Röhrchen in steriler Lösung in den Handel gebracht. Fabrikant: Gehe & Co.,A.-G. in Dresden.
Ergotinpräparate (Mutterkornpräparate).
Im Handel befindet sich neben den verschiedenen Pharmakopöepräparaten eine ganzeAnzahl von Ergotinen, über deren pharmakodynamische Eigenschaften und Dosierung vielfachUnklarheit herrscht. Eine Zusainmenstelstellung dieser Präparate mit den für Apothekerund Arzte notwendigen Angaben erseheint daher von praktischem Wert. E. Merck hat inseinem Bericht über das Jahr 1899 eine derartige Zusammenstellung veröffentlicht, welcheim folgenden mit benutzt wurde:
Aseptisches Seeale cornutum bereitet E. Hougthon aus einem durch physiologischeVersuche als wirksam erprobten Mutterkornaufguß, indem er aus demselben die Sclerotinsäureentfernt, die freien Säuren und sauren Salze neutralisiert, dann auf die Hälfte eindampftund in kleine Fläschchen füllt, in denen das Präparat sterilisiert wird. Die Wirksamkeitdieses für subcutane Injektionen bestimmten Präparates soll nach Jahresfrist noch unverändert sein.
Cornutinum concentratum „Schaefer", als sehr reines und gleichmäßig wirkendesMutterkornpräparat bezeichnet, wird von F. Schaefer in Andernach in den Handel gebracht.
Ergotina styptica. Unter dem Namen „Ergotina styptica Egger" empfiehlt L. Hajosein Extractum fluidum secalis cornuti mit 5 Proz. Stypticin zur Behandlung von Gehirn-zirkulationsstörungen, ferner von Neurosen infolge von Menstruationsstörungen. Als Dosisgibt der Autor mehrmals täglich 10—15 Tropfen an.
Ergotin Bombeion fluidum. (Cornutinum ergoticum.) Schwarzbraune Flüssigkeit,sowohl für Einspritzungen unter die Haut wie für innerlichen Gebrauch bei Geburten geeignet.Dosis pro usu interno: 2,0 g ( 1 / 2 Teelöffel) pro dosi, nach 10 Minuten wiederholt. Zur sub-cutanen Anwendung werden in eine 1 cem haltende Pravazspritze 0,2—0,5 com des Präparateseingesaugt, wonach man die Spritze mit Aqua fontana füllt, umschüttelt und die stets ganzfrisch bereitete Mischung injiziert.
Ergotinum Bombeion spissum. Dieses Präparat besitzt die Gestalt eines gewöhn-lichen Extraktes und ist ausschließlich zur Darreichung in Pillenform für den innerlichen Ge-brauch bestimmt.
Lösungen des Ergotins in destilliertem Wasser sind sehr gute Nährmedien für Pilze;es empfiehlt sich daher, die Lösungen zum Gebrauche entweder stets frisch zu bereitenoder denselben Alkohol zuzusetzen. Eine sehr haltbare Lösung erreicht man durch folgendeVorschrift: Rp.: Ergotini Bombeion spiss. 10,0, Aquae Laurocerasi 7,5, Spiritus Vini rectifica-tissimi 2,5. MDS.: Nach Bedarf 4—15 Tropfen zu nehmen.
Ergotin Bonjean. Aus Seeale cornutum bereitetes, wässeriges, rotbraunes, weichesExtrakt, das durch Zusatz von Alkohol gereinigt ist. 1 Teil entspricht etwa 5—-6 T. Mutter-korn. Dosis 0,1—0,3 g in Pillen oder subcutan mehrmals täglich.
Ergotin Bonjean depur. pro injeetione. Nach Bonjeans Methode dargestelltes undweiter gereinigtes Extrakt. 1,5 Teil entspricht 1 T. Ergotin Bonjean. Dosis 0,5—0,6 g sub-cutan bei Uterusblutungen und internen Hämorrhagien.
Ergotin Bonjean sice. cum. dextrino ist Ergotin Bonjean, das mit gleichen TeilenDextrin gemengt ist. Braunes Pulver. Gebraucht wie Ergotin Bonjean, jedoch in doppelter Dosis.